Die Radstrategie 2030 ist ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende in der Stadt Heidelberg. Das Ziel: den Fahrradverkehr weiter stärken und Verkehrswege in der Stadt und der Region Heidelberg deutlich verlagern – insbesondere vom motorisierten Individualverkehr hin zum Fahrrad. Zur Ausarbeitung dieser Strategie wird das Amt für Mobilität der Stadt Heidelberg noch 2022 ein externes Fachbüro beauftragen. Diese Informationen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 10. November 2022 entgegengenommen. Darüber hinaus hat das Gremium das begleitende Konzept zur Bürgerbeteiligung mit großer Mehrheit beschlossen.

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Foto: PVH Heidelberg

Das Bürgerbeteiligungskonzept sieht vor, dass ein Experten-Arbeitskreis, dem unter anderem Vertretungen der „Interessengemeinschaft Rad“ (IG Rad) und des Radentscheids angehören, die Inhalte der Radstrategie 2030 in verschiedenen Workshops ab Anfang 2023 mitgestaltet. Die Forderungen des Radentscheids werden dabei inhaltlich und zeitlich in die Bearbeitung der jeweiligen Teilkonzepte der Radstrategie 2030 eingeordnet. Zusätzlich soll die Öffentlichkeit im Rahmen einer dreiwöchigen Online-Beteiligung eingebunden werden.

Bei der Bürgerbeteiligung geht es um folgende Themen:

  • Leitlinien, Ziele und Standards für die Radstrategie 2030
  • Planung des Radstreckennetzes
  • Fahrradparken und Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV
  • Serviceangebote

Zwischenergebnisse sollen außerdem in die Neuaufstellung des Klimamobilitätsplans (ehemals Verkehrsentwicklungsplan 2035) ab Frühjahr 2023 einfließen. Die finalen Ergebnisse sollen den Gremien spätestens im ersten Quartal 2024 vorgestellt werden.

Radstrategie 2030: Handlungsschwerpunkte

Die Radstrategie 2030 befasst sich mit einzelnen Handlungsschwerpunkten. Aus den dabei entwickelten Teilkonzepten werden Maßnahmen abgeleitet, die unter anderem hinsichtlich ihres jeweiligen CO2-Einsparpotenzials bewertet und priorisiert werden, inklusive einer groben Kostenschätzung und notwendiger Personalressourcen. Parallel zum Radstrategie-Prozess werden bis Ende 2023 rund 30 Sofortmaßnahmen vom Amt für Mobilität in Abstimmung mit der IG Rad und dem Radentscheid umgesetzt. Dieses Maßnahmenpaket hatte der Gemeinderat im Oktober 2022 zur Kenntnis genommen. Erste Projekte sind bereits umgesetzt.

Radschnellweg Heidelberg – Mannheim

Die Planung und Umsetzung von Radschnellwegen in die Region sind wichtige Bausteine der Radstrategie. Gegenwärtig arbeitet das Amt für Mobilität am Radschnellweg nach Schwetzingen – und seit Sommer 2020 an der Planung des Radschnellwegs Heidelberg – Mannheim. Den aktuellen Planungsstand für den Radweg nach Mannheim hat der Gemeinderat ebenfalls in seiner Sitzung am 10. November 2022 zur Kenntnis genommen.

Die Stadt Heidelberg plant den Radschnellweg in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe. Das Planungsgebiet auf Heidelberger Gemarkung verläuft nördlich der OEG-Gleise über die Edinger Straße, Neckarhäuser Straße, Adlerstraße und bindet den Radschnellweg über die Liselottestraße an die Mannheimer Straße an. Neckarseitig verläuft der Radschnellweg entlang der Mannheimer Straße über die Vangerowstraße, das Iqbal-Ufer, die Schurmanstraße bis zur Bismarckstraße. Die Stadt Heidelberg plant fünf der sechs Abschnitte des Planungsgebiets.

Aktuell arbeitet die Stadt an den Details zu den einzelnen Straßenquerschnitten. Der Entwurf der gesamten Strecke soll in 2023 fertig werden. Das Angebot soll den Radfahrenden dann abschnittsweise zur Verfügung stehen – beginnend mit Strecken, bei denen Verbesserungen unproblematischer und somit schneller erzielt werden könnten. Ein „Vorlaufbetrieb“ wird in der Neckarhäuser Straße, Adlerstraße und Liselottestraße geprüft und könnte bei einer positiven Bewertung in 2023 umgesetzt werden. Bei Tiefbaumaßnahmen werden mögliche Synergieeffekte mit Leitungsarbeiten berücksichtigt.

 

(Quelle: Stadt Heidelberg)