Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – momentan sind im Zoo Landau acht Paare der Humboldt-Pinguine fleißig mit dem Brüten beschäftigt. Beide Partner halten etwa 38 bis 41 Tage lang abwechselnd die Eier warm, und das Zooteam rechnet noch im April mit den ersten Küken. Im Zoo finden die Pinguine ja auch die besten Bedingungen vor – ausreichend Fisch, sauberes Wasser, sichere Bruthöhlen, Schutz vor Feinden.
Im Verbreitungsgebiet lauern fast unzählige Gefahren

Der Schutz des Humboldt-Pinguins wird im Zoo Landau großgeschrieben. Foto: Zoo Landau
Im natürlichen Lebensraum sieht es für den Humboldt-Pinguin allerdings ganz anders aus, und sein größter Feind ist der Mensch. In seinem Verbreitungsgebiet, das sich von Peru bis Südchile an der südamerikanischen Westküste erstreckt, lauern fast unzählige, menschengemachte Gefahren. Beim Jagen verenden Humboldt-Pinguine in Fischernetzen als unerwünschter Beifang, die industrielle Fischerei fängt ihnen die Nahrungsgrundlage quasi vor dem Schnabel weg, auf den Brutinseln wird der Bruterfolg durch illegalen Guanoabbau, unkontrollierten Tourismus und Menschen, die Eier absammeln, verringert. Verschmutztes Wasser und Plastikabfall im Meer stellen weitere Gefahrenquellen dar, und der Klimawandel sowie Tierseuchen wie die Vogelgrippe verschärfen die Situation zudem.
Fast weltweit werden Humboldt-Pinguine in Zoos gehalten und gezielt nachgezüchtet, um eine stabile und gesunde Reservepopulation in Menschenobhut zu erhalten. Auch der Zoo Landau ist Teil des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) für die Art. Doch der Ex-situ-Schutz ist nicht der einzige Weg, auf dem sich Zoos für den Arterhalt einsetzen. Besonders wichtig ist das gleichzeitige Engagement vor Ort im natürlichen Verbreitungsgebiet, um den Lebensraum zu schützen. Hier engagiert sich der Zoo Landau als aktives Mitglied der Landauer Artenschutzorganisation „Sphenisco-Schutz des Humboldt-Pinguin e.V.“. Sphenisco setzt sich mit Unterstützung europäischer Zoos, von Privatmitgliedern und Institutionen in Chile und Peru für den Schutz der Brutinseln und des umgebenden Meeres, für die wichtige Umweltbildung der lokalen Bevölkerung und von Touristen ein und unterstützt Forschungsvorhaben, die zum Erhalt der Art und des Lebensraums beitragen.
Zum Welt-Pinguintag: ein tolles Programm mit Infos und Mitmachaktionen

Humboldt-Pinguin-Eltern mit Küken im Landauer Zoo. Foto: Zoo Landau
Am 25. April wird international der „Welt-Pinguintag“ begangen. Am Sonntag, 26. April 2026, laden Zoo, Zooschule und Sphenisco deswegen herzlich zum großen Pinguin-Aktionstag in den Zoo Landau ein. Ab 11.00 Uhr wird es direkt an der Pinguinanlage ein tolles Programm mit Informationen und Mitmachaktionen für kleine und große Gäste geben. Das Team von Sphenisco wird mit einem Infostand vertreten sein, um über die Arbeit des Vereins zu informieren. Die Zooschule Landau bietet faszinierende Einblicke ins Leben der Humboldt-Pinguine und viele spannende Infos und Materialien sowie tolle Experimente – im wahrsten Sinne des Wortes „zum Begreifen“.
Übrigens: Seinen Ursprung hat der Gedenktag einem kuriosen Umstand zu verdanken: Wissenschaftler auf der amerikanischen McMurdo-Station in der Antarktis bemerkten, dass jedes Jahr am 25. April die Adéliepinguine nach vielen Monaten auf See in ihre Brutkolonie an Land zurückkehren – zuverlässig jährlich am gleichen Tag zur selben Stelle. Der Tag des Erscheinens der Pinguine wurde für die Forscher zu einem eigenen Feiertag, der sich nach und nach weltweit etablierte (Quelle: Pressestelle Umweltbundesamt).
(Quelle: Zoo Landau in der Pfalz)