Tierschutz- und Artenschutz sind oft zwei Seiten der gleichen Medaille. Vielen Menschen ist die Pflege und Versorgung von verletzt, krank oder verwaist aufgefundenen oder aus unsachgemäßer Haltung stammenden Wildtieren ein besonderes Anliegen. Wichtig ist, dass der Betrieb entsprechender Auffangstationen bzw. die Versorgung von Wildtieren oder Exoten fachgerecht erfolgt. Leider gibt es hier, bei aller guter Absicht, nicht selten erhebliche Defizite, die auch Genehmigungs- und Kontrollbehörden vor Herausforderungen stellen. Für die Beurteilung fehlten bislang einheitliche Leitlinien.

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Die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder freut sich über das Buch über Auffangstationen für Wildtiere, das ihr Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel vorstellte. Foto: Zoo Landau

Diese Lücke wurde jüngst mit der Publikation des Buches „Auffangstationen für Wildtiere – Leitlinien zu Funktion, Betrieb und Rechtsgrundlagen“ aus dem Verlag Aves Publishing, Berlin, geschlossen. Ein hochqualifiziertes Fachautorenteam aus erfahrenen Zoo- und Wildtierärzten unterstützte den Herausgeber Dr. Florian Brandes, selbst Fachtierarzt für Wildtiere und Artenschutz und langjähriger Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen. Die professionelle Organisation und die allgemeinen Grundlagen des Betriebes von Auffangstationen für Wildtiere stehen im Mittelpunkt dieses Ratgebers. Besonderes Augenmerk wird den rechtlichen Vorgaben, der tiermedizinischen Versorgung und den Rahmenbedingungen zur Aufnahme sowie Betreuung der Tiere – bis hin zum Prozess der Auswilderung gewidmet. Dabei schöpfen die fachkundigen Autoren aus langjähriger eigener Erfahrung.

Praxishilfe und wertvolles Nachschlagewerk

Sowohl mit der Kontrolle von Auffangstationen befasste Mitarbeiter von Behörden als auch Personen, welche die Neugründung einer Auffangstation planen, können sich mit diesem Buch rasch in die komplexe Thematik einarbeiten. Mitarbeiter von Auffangstationen selbst finden eine Praxishilfe und ein wertvolles Nachschlagewerk, das die eigene Arbeit jahrelang begleiten wird und bei konkreten Problemen unterstützt. Fachkräfte in Auffangstationen und Behörden, Engagierte im Arten- und Tierschutz sowie aus benachbarten Disziplinen wie der Veterinärmedizin werden dieses einmalige Werk aktiv nutzen können. Es ist zudem für die Aus- und Fortbildung sehr gut geeignet.

Der Anstoß für das Autorenteam kam von Dr. Jens-Ove Heckel. Er ist langjähriges rheinland-pfälzisches Tierschutzbeiratsmitglied und dessen einstiger Vorsitzender sowie Direktor und leitender Tierarzt des Zoo Landau in der Pfalz und Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) e.V.

„Wenn Wildtiere verletzt sind oder aus anderen Gründen unsere Hilfe brauchen, muss immer das oberste Ziel sein, dass sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren können. Ihnen richtig zu helfen, ist eine große Herausforderung. Darum unterstützen wir mit Fördermitteln aus dem Naturschutz ausgewählte professionelle Wildtierauffangstationen, die sich um besonders oder streng geschützte Tierarten kümmern. Mit dem Buch von einem Autorenteam mit langjähriger Erfahrung im Management von Auffangstationen ist nun ein wertvolles Nachschlagewerk entstanden. Ich freue mich sehr, dass die Initiative für ein solches, in Deutschland einmaliges, Nachschlagewerk aus Rheinland-Pfalz kam. Das zeigt, wie sehr uns allen hier das Tierwohl am Herzen liegt“, so die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder.

 

(Quelle: Zoo Landau in der Pfalz)