Luchs im Schnee. Foto: Thomas Trapke / Hessenluchs

„Der Luchs ist in Hessen willkommen und wir werden die Bestandsermittlungen fortsetzen. Die meisten Luchsnachweise gibt es in Nordhessen, denn die Tiere wandern häufig aus Niedersachsen zu. Doch auch in Mittelhessen konnten bereits Luchse gesichtet werden“, sagte Ministerin Priska Hinz anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse des Luchsberichts 2019 in Wiesbaden. Der Arbeitskreis Hessenluchs geht davon aus, dass im vorliegenden Berichtszeitraum vom 1. Mai 2018 bis 30. April 2019 mindestens fünf Individuen ständig oder zeitweise in Hessen gelebt haben. „Unsere Beobachtungen zeigen: Hessen nimmt eine Schlüsselstellung bei der Entstehung einer zusammenhängenden Luchspopulation zwischen dem Harz und dem Bayerischen Wald ein“, ergänzte Thomas Norgall, Naturschutzreferent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und einer der Koordinatoren des AK Hessenluchs.

Insgesamt konnten für das Erfassungsjahr 151 Hinweise (Sichtungen, Fotos, Spuren) in den Bericht aufgenommen werden. Sichere Nachweise gelangen von vier verschiedenen Luchsen. Dabei handelte es sich um drei Männchen und ein viertes Tier, dessen Geschlecht nicht bestimmt werden konnte. Zwei der festgestellten Männchen waren aus Niedersachsen zugewandert und trugen Peilsender. Die männlichen Luchse, die im vorhergehenden Erfassungsjahr (2017/18) noch feste Reviere in Nordhessen hatten, sind jedoch verschwunden. Der Kuder „Yuki“ ist in den Harz zurückgewandert, während der Verbleib des Kuders „Felux“ unbekannt blieb. Luchsweibchen können derzeit nicht nachgewiesen werden.

Der Großteil der sicheren Nachweise stammt aus dem Fotofallenmonitoring, das die Georg-August-Universität Göttingen in Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) durchgeführt hat. „Entscheidend für die individuelle Erkennung der Tiere ist auch weiterhin die gute Kooperation mit allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Beteiligten und die gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Bundesländern“, betonte die Ministerin abschließend.

Hintergrund-Infos:

Der Arbeitskreis Hessenluchs wurde 2004 auf Initiative des Ökologischen Jagdvereins Hessen (ÖJV) und des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) als verbandsübergreifender Zusammenschluss gegründet. Der Luchsbericht wird vom Arbeitskreis Hessenluchs seit 2007 jährlich im Auftrag der Obersten Naturschutzbehörde im Hessischen Umweltministerium und des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie erstellt. Die Ergebnisse sind die Grundlage für die Berichte zum Erhaltungszustand des Luchses, zu denen Hessen nach dem europäischen Naturschutzrecht, konkret der FFH-Richtlinie, verpflichtet ist.

 

(Quelle: Presse-Info des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)