Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hält eine Neuausrichtung der europäischen Agrarförderung für dringend geboten. „Es ist höchste Zeit, dass die Landwirtschaft ökologischer gedacht wird und ihre Möglichkeiten und Leistungen jenseits der reinen Lebensmittelproduktion anerkannt und honoriert werden“, sagte Untersteller. Derzeit verhandelt die Union über die Gestaltung und die finanziellen Mittel für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in der kommenden Förderperiode (2021 – 2027). Für Untersteller ist das der Zeitpunkt, Weichen zu stellen. Am 28. Mai 2020 wollen sich die Umwelt- und Agrarminister und -ministerinnen der Länder und des Bundes in einer Sonderkonferenz mit den beiden zuständigen EU-Kommissaren zur künftigen GAP austauschen.

„Wir müssen in der neuen EU-Förderperiode eine Agrarpolitik hinbekommen, die Landwirtschaft und Ökologie zusammenbringt“, sagte Untersteller. „Wir brauchen eine Fördersystematik, die auf der einen Seite die Notwendigkeit, gute Lebensmittel in ausreichender Menge zu produzieren berücksichtigt. Auf der anderen Seite muss sie aber auch Anreize setzen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, die Böden und das Wasser nicht durch Düngung zu überlasten und die Artenvielfalt zu stärken.“ Für diesen ökologischen Teil der Agrarförderung müsse deutlich mehr Geld zur Verfügung stehen als in der Vergangenheit, fordert Untersteller: „Landwirtschaft kann mehr und soll mehr tun für Klimaschutz, Umwelt und Biodiversität. Das muss dann aber auch honoriert werden!“

Die Europäische Union habe eine wichtige Steuerungsfunktion, führte Untersteller aus. „Die Ausrichtung der GAP ist entscheidend für die Entwicklung der europäischen Landwirtschaft in den nächsten Jahren. Wenn es gelingt, die Gemeinsame Agrarpolitik deutlich mehr als bisher an ökologischen Kriterien auszurichten, wird die Landwirtschaft sich insgesamt zukunftsfähiger aufstellen können.“

 

(Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)