Am kommenden Sonntag (12. April 2026) rückt entlang des Blütenwegs nicht nur die blühende Landschaft und das kulinarische Angebot in den Fokus – sondern auch die Geschichten von Menschen, die diese Kulturlandschaft mit viel Engagement wieder zum Leben erwecken. Eine davon führt auf ein unscheinbares Grundstück, das noch vor kurzer Zeit kaum als solches zu erkennen war.

Bernhard Ullrich und Kevin Fleckenstein. Foto: Stadt Weinheim
Dort, wo sich heute eine offene Streuobstwiese zeigt, wucherten einst Brombeeren und dichtes Gestrüpp. „Man hat nichts gesehen“, erinnert sich Landschaftsarchitekt Bernhard Ullrich vom Verein Blühende Bergstraße. Das Ziel des Vereins ist es, die Natur entlang des Blütenwegs wieder in Pflege zu nehmen – nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch so, dass Menschen die Landschaft bewusst und ästhetisch erleben können.
Ein Beispiel für diese Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Kevin Fleckenstein. Als bekannt wurde, dass das Grundstück verkauft werden sollte, empfahl der Verein der Gemeinde den Kauf – mit der Vision, daraus wieder ein Stück lebendige Kulturlandschaft zu machen. Fleckenstein, der sich aus Leidenschaft dem Streuobst widmet, übernahm die Pflege der Fläche. „Ich habe hier quasi gepachtet und alles vorbereitet“, sagt er.
Was das konkret bedeutet, wird beim Blick über das Gelände deutlich: Die Wiese ist frisch gemäht, ein alter Zaun entfernt, eine massive Hecke – einst drei bis vier Meter breit – zurückgeschnitten. „Man konnte früher gar nicht reinschauen“, so Fleckenstein. Heute wirkt die Fläche offen und einladend. In den vergangenen Jahren wurden zudem neue Obstbäume gepflanzt – bewusst alte Sorten.
Fleckensteins Engagement geht dabei über die reine Pflege hinaus. Als Mitglied im Pomologenverein Baden-Württemberg beschäftigt er sich intensiv mit historischen Obstsorten und deren Bedeutung. „Viele wissen gar nicht, wie unterschiedlich alte Apfelsorten sind“, sagt er. Genau dieses Wissen möchte er weitergeben. Das Grundstück soll zeigen, was ökologisch möglich ist – und gleichzeitig ein Ort sein, an dem Besucher lernen und erleben können.
Zum Blütenwegfest wird die Fläche zum Mitmach-Ort
Zum Blütenwegfest wird die Fläche deshalb zum Mitmach-Ort: Neben Apfelsaft und Kuchen steht vor allem ein Angebot für Kinder im Mittelpunkt. Bei einer „Natur-Rallye“ können sie an vier Stationen spielerisch die Streuobstwiese entdecken – von Obstsorten über Tierwelt bis hin zu Lebensräumen. Mit Quizfragen und anschaulichem Material wird die Natur greifbar gemacht.
Blütenwegfest: etwa 30 Anbieter präsentieren ihre Arbeit, Produkte und Ideen
Diese kleine Geschichte steht exemplarisch für das große Ganze: Das Blütenwegfest, das am Sonntag, 12. April 2026, zwischen Sulzbach und Laudenbach stattfindet, ist weit mehr als eine Erlebniswanderung. Auf rund acht Kilometern präsentieren etwa 30 Anbieter ihre Arbeit, Produkte und Ideen – von regionalen Spezialitäten bis hin zu Umweltbildungsangeboten.
Gleichzeitig ist das Fest ein sichtbarer Beleg für das Engagement des Vereins Blühende Bergstraße und seiner zahlreichen Ehrenamtlichen. Über das Jahr hinweg pflegen sie Flächen, legen Wiesen und Biotope an, pflanzen Obstbäume und machen verborgene Landschaften wieder zugänglich. Am Blütenwegfest öffnen sie diese Orte für die Öffentlichkeit.
Die Veranstaltung findet von 11.00 bis 17.00 Uhr statt und erstreckt sich über den nördlichsten Abschnitt der Blühenden Bergstraße bis an die hessische Grenze. Einstiegspunkte gibt es unter anderem in Sulzbach, Hemsbach und Laudenbach. Besucher erwartet ein vielfältiges Programm mit Information, Genuss und Naturerlebnis – und nicht zuletzt viele kleine Geschichten wie die von Kevin Fleckenstein, die zeigen, wie Landschaft wieder lebendig wird.
(Quelle: Stadt Weinheim)