Das Landesuntersuchungsamt in Rheinland-Pfalz hat in Zusammenarbeit mit örtlichen Forstämtern Speisepilze auf Cäsium-137 untersucht. Kein einziger Pilz überschritt dabei den gesetzlichen Höchstwert.

Auch wenn dieses Jahr trockenheitsbedingt wohl eher kein gutes Pilzjahr wird – die Speisepilze, die man findet, können guten Gewissens verspeist werden. Keine einzige der insgesamt 49 Wildpilzproben überschreitet den gesetzlichen Höchstwert hinsichtlich Radioaktivität, der bei 600 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse liegt. Nach aktuellem Kenntnisstand ist deshalb nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung der Bevölkerung durch den Verzehr von Wildpilzen aus Rheinland-Pfalz auszugehen.

„Die Belastung der in Rheinland-Pfalz untersuchten Wildpilze ist niedrig. Für die Menschen, die gerne selbst Pilze sammeln, ist das eine beruhigende Nachricht. Unsere regelmäßigen Kontrollen der vergangenen Jahre leisteten einen wichtigen Beitrag zu Vorsorge und Verbraucherschutz“, erklärte Forstministerin Schneider vor Beginn der Pilz-Hauptsaison.

Höchster Messwert liegt deutlich unter dem Grenzwert

Der höchste 2025 gemessene Wert lag bei 218 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse. Er wurde bei Semmelstoppelpilzen aus dem Raum Börfink im Hunsrück festgestellt. Im Pfälzerwald wurde als Höchstwert 77,9 Becquerel pro Kilogramm bei Maronen aus dem Raum Ramstein-Miesenbach gemessen. Damit blieben alle 49 Proben deutlich unter dem gesetzlichen Höchstwert von 600 Becquerel pro Kilogramm. Bei den untersuchten Proben handelte es sich – mit einer Ausnahme eines giftigen Pilzes – um typische Speisepilze, die auch von der Bevölkerung gesammelt werden.
Die aktuellen Ergebnisse stehen in einer Reihe mit den Untersuchungen der vergangenen Jahre. Bereits zwischen 2022 und 2024 lagen die jeweils höchsten gemessenen Werte zwischen 111 und 211 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse – ebenfalls deutlich unter dem gesetzlichen Höchstwert.

Nachwirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Hintergrund der Untersuchungen ist, dass Cäsium-137 auch 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in einzelnen Waldgebieten noch nachgewiesen werden kann. Die Analysen wurden vom Institut für Lebensmittelchemie Speyer des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz durchgeführt. Forstämter im Pfälzerwald und Hunsrück sowie das Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald unterstützen die Untersuchungen durch die Probennahme. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse der Jahre 2022 bis 2025 wird das laufende Untersuchungsprogramm eingestellt.

 

(Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, Rheinland-Pfalz)