Jedes Jahr am 24. März findet der „Welttuberkulosetag“ statt. Er erinnert an den Tag im Jahr 1882, an dem Robert Koch die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers bekannt gab.
Trotz jahrzehntelanger Anstrengungen des öffentlichen Gesundheitswesens bleibt die Tuberkulose eine weltweite Herausforderung. Laut dem aktuellen Global Tuberculosis Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten im Jahr 2024 etwa 10,7 Millionen Menschen weltweit an Tuberkulose (TB), und etwa 1,23 Millionen starben an dieser Krankheit. Als Gründe sind hier mangelnde Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten bei unzureichender medizinischer Versorgung, insbesondere in Ländern mit niedrigem sozioökonomischen Entwicklungsstand, zu nennen. Im 21. Jahrhundert bleibt die Tuberkulose eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit.
Rückläufige Tendenz bei Neuinfektionen in Mannheim
Auch in Deutschland werden jährlich mehrere Tausend Fälle registriert und Todesfälle verzeichnet. Das zeigt, dass TB trotz funktionierender Gesundheitssysteme weiterhin relevant ist. In Mannheim wurden in den vergangenen fünf Jahren Tuberkulose-Neuerkrankungen im zweistelligen Bereich registriert. Die allgemeine Tendenz in Mannheim ist jedoch wie in ganz Deutschland rückläufig.
Die Tuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht, das vor allem zu Infektionen der Lunge führt. Der Erreger wird über die Luft verbreitet, wenn ansteckungsfähige Tuberkulose-Kranke beispielsweise husten oder niesen. Ein in der Regel enger und mehrstündiger Kontakt mit einem erkrankten Menschen kann zur Ansteckung führen. Bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust sollte auch eine Tuberkulose in Betracht gezogen werden.
Nach der Meldung einer Erkrankung ermittelt das Gesundheitsamt den Ansteckungsort und ob weitere Personen im engen Patientenumfeld infiziert worden sind. Die erkrankten Personen werden vom Gesundheitsamt während und nach der Behandlung, die in der Regel mindestens sechs Monate dauert, begleitet. Kontaktpersonen werden ebenfalls getestet und über einen längeren Zeitraum beobachtet. Bei Bedarf erfolgt ihre vorbeugende Behandlung.
Ein großes Problem stellt international die zunehmende Verbreitung von Tuberkulose-Erregern dar, die gegen die Standard-Tuberkulose-Medikamente resistent sind. Um das international vereinbarte Ziel der Tuberkulose-Eliminierung bis 2035 zu erreichen, müssen auch in Deutschland die Anstrengungen intensiviert werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschung liegt seit langem auf der Entwicklung wirksamer Impfstoffe. Die seit über einem Jahrhundert verwendete BCG-Impfung (Bacille Calmette Guérin) bietet zwar einen gewissen Schutz gegen schwere Formen der Erkrankung im Kindesalter, wie beispielsweise die tuberkulöse Meningitis, doch verhindert sie nicht eine Lungentuberkulose bei Erwachsenen.
Neben Impfstoffforschung gibt es auch bedeutende Fortschritte bei der Diagnostik und Behandlung. Es werden neue medikamentöse Kombinationen erforscht, die eine schnellere und effektivere Therapie anstreben. Diese Entwicklungen markieren einen entscheidenden Fortschritt und geben Anlass zur Hoffnung im globalen Kampf gegen eine Krankheit, die seit Jahrhunderten Teil der menschlichen Geschichte ist.
Weitere Informationen:
www.mannheim.de/infektionsschutz
(Quelle: Stadt Mannheim)