Bald dürfen wir wieder beobachten, wie die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Mit dem Beginn des Frühlings kündigt sich auch der Nachwuchs unserer heimischen Wildtiere an. Zwischen März und September, der sogenannten Brut- und Setzzeit, ziehen Feldhasen, Rehe und viele Vogelarten ihren Nachwuchs groß, oft gut verborgen in Wiesen, Feldern, Hecken und im Unterholz.

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) ruft dazu auf, in dieser Zeit besondere Rücksicht zu nehmen. Schon mit drei einfachen Maßnahmen unterstützen wir Wildtiere und ihre Jungen in dieser Zeit:

  • Hunde in Wäldern, Feldern und anderen naturnahen Flächen an die Leine nehmen,
  • bei Ausflügen in die Natur auf den Wegen bleiben und
  • in Garten und Hof auf den Heckenschnitt verzichten

Rücksicht bei Spaziergängen

Während der Brut- und Setzzeit sind Wildtiere besonders empfindlich gegenüber Störungen. Werden sie aufgeschreckt, löst dies großen Stress aus. Mütter können ihre Jungtiere verlassen, was zumeist den Tod der Kleinen bedeutet. Im schlimmsten Fall kann ein durch einen Hund gejagtes Wildtier an den Folgen sterben. Wer beim Ausflug in die Natur auf befestigten Wegen bleibt und Hunde anleint, reduziert diese Risiken erheblich. In Hessen gibt es zwar keine landesweite Leinenpflicht, einzelne Kommunen können jedoch zeitlich begrenzte Regelungen erlassen. Ein Blick in die jeweilige örtliche Verordnung lohnt sich daher gerade auch, weil bei Verstößen Bußgelder drohen können.

Gartenarbeit mit Verantwortung

Nicht nur in Feld und Wald, auch im eigenen Garten brauchen Wildtiere jetzt Schutz. Hecken und Gebüsche sind wichtige Brutstätten für Vögel. Radikale Rückschnitte können Nester zerstören oder die Aufzucht empfindlich stören. Das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) untersagt daher vom 1. März bis 30. September gewisse Pflanzenschnitte. Darunter fällt das Abschneiden, auf den Stock setzen oder Entfernen von Gebüschen, Gehölzen und Hecken. Es sind lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt, damit die Jung- und Elterntiere bei der Aufzucht nicht durch (elektrische) Heckenscheren und grobe Eingriffe in ihren Brutbereich gestört werden. Und auch hier gilt: Die Hecke sollte unbedingt vor dem Schnitt auf Nester kontrolliert werden. Grundsätzlich empfiehlt der BUND Hessen, schonende Heckenschnitte erst nach der Hauptbrutzeit ab August durchzuführen.

 

(Quelle: BUND Hessen)