Worms Rathaus

v.l.: M. Kundel (Vizepräsident der IHK Rheinhessen), OB M. Kissel, IHK-Geschäftsführerin A. Wensch und V. Roth (Wirtschaftsförderungsges.). Foto: Stadt Worms

Um Themen der Zusammenarbeit zu besprechen, trafen sich der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen, Michael Kundel, und IHK-Geschäftsführerin Andrea Wensch mit dem Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und dem Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Volker Roth, im Wormser Rathaus. „Wir müssen aktiv werden und Ideen entwickeln, um dem drohenden Fachkräftemangel der Zukunft wirkungsvoll begegnen zu können“, beschrieb Michael Kundel mit wenigen Worten ein Szenario, das für den Wirtschaftsstandort Deutschland und somit auch für Worms problematische Folgen haben könnte.

Ein weiteres Thema war die Energiewende. „Die Wormser Unternehmen haben erfolgreich am Energieeffizienztisch teilgenommen und investieren in hohem Maße in den Umwelt- und Klimaschutz. Die Umweltauflagen werden mehr als erfüllt“, verdeutlichte Michael Kundel, der hauptberuflich Vorstandsvorsitzender der in Worms ansässigen Renolit SE ist. Gleichwohl habe die Energiewende aber auch unverkennbar ihre Schattenseiten für die Firmen. „Wir erbringen z.B. seitens Renolit etwa sieben Millionen Euro pro Jahr im Zuge der Energiewende. Geld, das uns – wie auch allen anderen Unternehmen – für wichtige Investitionen damit aber nicht zur Verfügung steht“, sieht Kundel ein damit verbundenes und ernsthaftes Risiko für die weitere Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

Auch seitens der Stadt stehe man dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit der EEG-Umlage nicht ganz vorbehaltlos gegenüber, sondern sollte vorrangig bei der Energieeinsparung und -effizienz ansetzen, kommentierte Michael Kissel die Ausführungen des IHK-Vizepräsidenten und zeigte Verständnis für die Problemlage der Wormser Wirtschaftsbetriebe. Wenig Hoffnung konnte der OB im Hinblick auf die Ausweisung großflächiger Gewerbeflächen machen. Nachdem der „Hohe Stein“ am Feldhamster gescheitert sei, blieben nur noch begrenzte Möglichkeiten der Gewerbeentwicklung und -ansiedlung übrig, bedauert Michael Kissel diesen gravierenden Einschnitt, dessen negative Folgen für den Wirtschaftsstandort Worms absehbar seien. Daher konzentriere man den Blick jetzt auf die Bestandspflege und Entwicklung im Bestand.