„Soziale Stadt Grüne Schiene“ – seit Wochen macht dieser Name in Worms im Zusammenhang mit Teilen von Neuhausen und der nördlichen Innenstadt neugierig darauf, was sich dahinter verbirgt. Die „Grüne Schiene”, das sind die zentralen Bereiche der Bahnflächen, die frei werden und entwickelt werden sollen. Zugleich ist es ein Ziel des städtischen Projekts, die Wohn- und Lebensbedingungen in den Quartieren rechts und links der Schiene zu verbessern. Der Auftakt zu diesem Prozess soll nun am 10. Oktober 2014 gemeinsam mit Bürgern, die im Programmgebiet wohnen, gestaltet werden. „Die Bewohner sind ausdrücklich eingeladen, sich zu informieren und zu beteiligen, denn schließlich wird es dort um sie und um ihre Zukunft gehen“, begründet der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel die auf Information und Einladung zur Mitwirkung gerichteten Veranstaltungen.

Städtebauliche Aufwertung für nicht genutzte Bahnareale und Wohnumfeld

Die Stadt Worms will nun nicht genutzte Bahnareale und das angrenzende Wohnumfeld in den Bereichen um die Güterhallenstraße sowie nördlich der Gaustraße und Bensheimer Straße über einen insgesamt rund 12-jährigen Zeitraum städtebaulich aufwerten. Begleitet wird dieser Prozess von sozialen Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und des Quartiermanagements. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen nicht nur indirekt von den geplanten Verbesserungen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld profitieren”, so OB Michael Kissel, „sondern auch die Möglichkeit haben, sich direkt an der Entwicklung eines Konzeptes zu beteiligen”. Es sei ein wesentliches Ziel dieses Beteiligungsprozesses, die Bürger für ein nachhaltiges Engagement in der Stadtteilarbeit zu gewinnen, bekräftigt OB Kissel die langfristige Zielsetzung.

In der Praxis heißt dies zunächst, anhand eines maßstabsgetreuen Stadtteilmodells mitzureden und mit dem Finger darauf zeigen zu können: „Wo wohne ich, wie geht es mit den frei werdenden Bahnflächen weiter, wie steht es um das Zusammenleben in meinem Wohngebiet? Wo fehlt es an gutem Wohnraum, wo wird gerast und wo fühle ich mich in den Abendstunden unsicher?“ Das rund 3,20 Meter lange und 2,70 Meter breite, der Form des Gebiets angepasste Modell erlaubt es zu sagen: „Genau hier muss etwas geschehen“.

Veranstaltung in nördlicher Innenstadt und in Neuhausen

Die eineinhalbstündige Veranstaltung startet um 16.00 Uhr in der nördlichen Innenstadt vor der Lukaskirche in der Bensheimer Straße. Wem dies zu früh ist, der hat um 18.30 Uhr in Neuhausen eine zweite Möglichkeit, sich zu beteiligen: Hier wird der Auftakt mit gleichem Ablauf und Inhalt vor dem Haus der Jugend in der Würdtweinstraße wiederholt. Oberbürgermeister Kissel wird jeweils zur Eröffnung sprechen, Moderatorinnen und Moderatoren werden die Gespräche in Zelten leiten. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgen Kinder der Alisa-Stiftung und Jugendliche aus dem Haus der Jugend. Für den kleinen Hunger bieten der Seniorentreff „Kleine Weide” und das Haus der Jugend Verpflegung an.

Unmittelbare Form der Bürgerbeteiligung

Am Ende der beiden Teilveranstaltungen werden die Ergebnisse zusammengefasst – eine Reihe von Anregungen, Ideen und Wünschen, die dazu beitragen werden, das Soziale-Stadt-Gebiet in den nächsten Jahren positiv zu verändern. „Wir bieten mit diesem Projekt eine ganz unmittelbare Form der Bürgerbeteiligung und ich hoffe, dass wir möglichst viele Betroffene dazu motivieren können, Akteure zu werden“, erklärt OB Michael Kissel.