Gibt es ein Happy End für ein mutiges Kälbchen? Über eine Nacht lang hielt ein in Worms entflohenes Kalb Polizei, Feuerwehr und Tierrettung in Atem. Die junge Kuh war einem Landwirt aus Pfeddersheim am 23. Januar 2014 nachmittags entlaufen. Erst einen Tag später konnten Polizeibeamte sie im Herrnsheimer Schlosspark einfangen. PETA Deutschland e.V. bietet dem Tierhalter nun 1.000 Euro für den Verkauf des Tieres. Sollte der Wormser auf das Angebot eingehen, organisiert die Tierrechtsorganisation umgehend eine dauerhafte Bleibe auf einem Gnadenhof, um dem Kalb ein Leben in der Milchindustrie zu ersparen.

„Das mutige Kälbchen soll seinem Schicksal ein für alle Mal entkommen können und im Gegensatz zu seinen unzähligen Leidensgenossen ein selbstbestimmtes Leben auf einem Gnadenhof verbringen dürfen“, so Lisa Wittmann, Agrarwissenschaftlerin bei PETA Deutschland e.V. „Sollte die junge Kuh in der Milchindustrie eingesetzt werden, erwartet sie ein kurzes Leben voller Schmerzen und Entbehrungen.“ Kälber werden direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt, damit die von der Natur für sie bestimmte Milch für den menschlichen Verzehr zur Verfügung steht. Alleine oder mit Leidensgenossen leben die jungen Kühe in ihren ersten Lebenswochen dann in sogenannten Kälberiglus. Die meisten Tiere werden der schmerzhaften und oft blutigen Prozedur der Enthornung unterzogen. Sind die jungen Kühe schließlich alt genug, um Milch zu geben, werden sie immer wieder künstlich befruchtet, damit sie selbst Kälber zur Welt bringen. Angesichts der Höchstleistungen, die die Milchindustrie mit bis zu 50 Liter Milch am Tag von den Kühen fordert, sind die Tiere nach nur 4 – 6 Jahren am Ende ihrer Kräfte. In der Regel werden sie dann getötet, weil sie für die Industrie unrentabel geworden sind. Männliche Kälber sterben schon wenige Wochen oder Monate nach ihrer Geburt für die „Herstellung“ von Kalbfleisch. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh hingegen liegt bei rund 25 Jahren.

Jedes Jahr werden in Deutschland über eine Milliarde Tiere für die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion getötet. Ohne Betäubung werden Rindern die Hörner abgesägt, Küken die Schnäbel gekürzt, Ferkeln die Eckzähne abgebrochen und die Schwänze abgeschnitten. Kein Lebewesen gehört auf den Teller – so die Ansicht der Tierrechtsorganisation. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.

Weitere Informationen:
www.veganstart.de
www.peta.de/milch
www.goveggie.de