Worms Gespräch DB

Foto: Stadt Worms

Wie ecoGuide bereits berichtete, soll das Intercity-Zugpaar IC 2284/2285 von Worms nach Frankfurt und zurück zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 gestrichen werden. Zahlreiche Pendler zeigten sich bestürzt ob dieser Nachricht, einige von ihnen schlossen sich zu einer Initiative zum Erhalt der Verbindung zusammen. Insgesamt rund 130 Reisende pro Tag wären von dieser Maßnahme betroffen. Auch der Wormser Stadtrat verabschiedete jüngst eine Resolution, die für das Forstbestehen der Schnellanbindung nach Frankfurt plädiert. Denn, so heißt es u.a. in dem Schriftstück, die Betroffenen seien abhängig von einer guten Verkehrsverbindung, um den Spagat zwischen Erhalt des Arbeitsplatzes und Familie zu schaffen.

Alle Beteiligten an einem Tisch

Auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Worms erhielten etliche Zuschriften von betroffenen Pendlern – Grund genug, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Im Wormser Rathaus trafen sich deshalb nun die Landtags- und Bundestagsabgeordneten, weitere politische Vertreter, der Initiator der Fahrgastinitiative und ein Vertreter des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) mit Oberbürgermeister Michael Kissel sowie dem DB-Konzernbevollmächtigten Jürgen Konz und Hannah Page, Leiterin der Angebotskommunikation, zu einem klärenden Gespräch.

Das Zugpaar werde in jedem Fall zum Jahresende gestrichen, machten die beiden Bahnvertreter keinen Hehl aus der Situation. Diese Entscheidung sei bereits von allen drei Vorstandsebenen abgesegnet worden. Als Grund für die ersatzlose Streichung der Fernverkehrsverbindung nach Frankfurt und zurück führt die Bahn die Unwirtschaftlichkeit des Zugpaares an. Seit der Einführung des Zugpaares zum Fahrplanwechsel 2010/2011 schreibe es durchweg rote Zahlen, so Page. Die Kosten für den Betrieb seien viermal so hoch als die Einnahmen. Hierfür sei nicht nur die Anzahl der Reisenden relevant, sondern auch der Fahrkartenmix auf dieser Strecke: „80 Prozent der Reisenden sind Pendler, die mit hoch rabattierten Tickets fahren“, so Page. Darüber hinaus könnten die vier Zugwagen tagsüber nicht anderweitig eingesetzt werden und dementsprechend keine weiteren Einnahmen erwirtschaften.

DB sieht keine Alternative

Dass der Bedarf an der Verbindung da sei, hätten die zahlreichen Zuschriften gezeigt, so Konz, doch sehe die Bahn aus wirtschaftlicher Sicht keine Alternative zur Streichung der Verbindung. Vor diesem Hintergrund hätte die Verbindung gar nicht erst angeboten werden dürfen. „Wir müssen uns eingestehen, dass der Test gescheitert ist“, so Page. Bereits vor zwei Jahren hätte der Testbetrieb bereits wieder eingestellt werden sollen, doch aufgrund politischer Initiativen konnte er noch eine Weile erhalten werden.

Die Bahn treffe die Entscheidung, das Zugpaar ersatzlos zu streichen, nicht willkürlich, sondern gehe sehr verantwortungsbewusst mit den Bedürfnissen der Pendler um, heißt es aus dem Konzern. Nichts desto trotz muss sich die Bahn an die Vorgabe halten, ihre Fernverkehrszüge wirtschaftlich zu betreiben. „Es ist bedauerlich, dass die vierjährige Testphase mit der IC-Verbindung zu keinem wirtschaftlich tragfähigen Ergebnis geführt hat. Die daneben bestehenden Nahverkehrszüge brauchen zwar rund 20 Minuten länger, sind aber dennoch eine vernünftigere Alternative zum Autofahren”, fasste OB Michael Kissel die Gesprächsrunde zusammen. Nichts desto trotz müsse man den Pendlern weiterhin ein attraktives Angebot machen können, sind sich die politischen Vertreter einig. Deshalb soll nun im Personennahverkehr nach Lösungen gesucht werden. Es gelte jetzt, mittelfristig im ZSPNV Süd für eine attraktive Regional-Express-Verbindung zu werben, auch wenn dies mit einem erheblichen Finanzierungserfordernis verbunden sei, erklärt der OB. „Schließlich gewinnt der Arbeitsplatz Frankfurt für viele Wormser zunehmend an Bedeutung”, so OB Kissel weiter.