Geld zum Anlegen ist oft vorhanden, doch worin investieren? In einer scheinbar unsicheren Welt steigt das Bedürfnis nach Sicherheit, auch nach möglichst sicheren Kapitalanlagen. Außerdem möchten viele Menschen flexibel bleiben und sich nur für einen überschaubaren Zeitraum festlegen. Und dann soll es auch noch eine gute Verzinsung geben.

Was bietet sich an?

  • Das klassische Sparbuch, Tagesgeldkonten und Festgeld stellen heute bestenfalls den Ersatz für den häuslichen Tresor dar – nennenswerte Zinsen kann man nicht erwarten.
  • Die Lebens- bzw. Rentenversicherung war einmal ein beliebtes Altersvorsorgeprodukt der Deutschen. Doch die niedrigen Zinsen und das Hin und Her um den Garantiezins haben Verbraucher verunsichert und die Kundenbewertung verändert.
  • Drei Prozent Zinsen aufs Guthaben – bei alten Bausparverträgen gibt es das noch. Doch für Zehntausende Kunden soll damit im laufenden Jahr Schluss sein. Die Branche will solche Verträge kündigen. Die Bausparkassen setzen im Streit um relativ hoch verzinste Verträge ihren harten Kurs fort.
  • Staatsanleihen erfüllen die heutigen Anlegerbedürfnisse nicht wirklich. Staaten mit guter Bonität bieten keine attraktiven Zinsen und Staaten (Südeuropa / Südamerika) mit gutem Zinsangebot bringen aufgrund schlechter Bonität große Risiken mit sich. Bonitätsrisiko, Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko, Währungsrisiko …
  • Bei Unternehmensanleihen ist insbesondere das Rating des Emittenten zu beachten, denn die Bonität der einzelnen Unternehmen beeinflusst den zu zahlenden Zinssatz für die Anleihe. Auch hier gilt: Unternehmensanleihen mit erstklassigem Rating weisen dabei eine niedrigere Rendite auf als die mit einem schlechten Rating.
  • Kommen Sachwertanlagen wie Immobilien oder Gold in Betracht? Auch hier ein großes Fragezeichen, denn sowohl bei Immobilien als auch bei Gold sind zumeist keine Wertsteigerung, allenfalls eine Werterhaltung, drin und auch das nicht garantiert.
  • Unternehmens- und Projektbeteiligungen haben nach wie vor attraktive Eigenkapitalrenditen. Anlagen in diesen Bereich erfordern aber unternehmerischen Mut. Denn ein Totalverlust kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Kunst, Anlegerbedürfnisse „unter einen Hut” zu bringen

Die eine und optimale Geldanlageform gibt es nicht mehr – und wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben. Es bleibt der Anlegerin und dem Anleger in der heutigen Zeit nichts anderes übrig, als sich mit neuen Konzepten auseinanderzusetzen und sich mit einer guten Beratung nach dem alten Motto „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, um eine Portfolio verschiedenster Anlageformen (Bankanlagen, Versicherungsanlagen, Kapitalmarktanlagen, Sachwertanlagen u.a.) zu bemühen. Dazu muss man seine eigene Risikobereitschaft erkennen und dementsprechend die Zusammenstellungen seiner Geldanlagen organisieren.

Hinzu kommt, dass viele Anleger ungern ihre Geldanlage in umweltschädliche Produkte, Waffen- oder Spekulationsgeschäfte investieren möchten. Abgesehen davon wird nachhaltiges Wirtschaften ein Schlüsselthema des 21. Jahrhunderts werden. Vieles spricht also dafür, bei seiner Geldanlage bereits jetzt umweltfreundliche, nachhaltige und ethisch korrekte Kriterien zu berücksichtigen.

 

(Dieser Beitrag stammt von unserem ecoGuide-Redaktionsmitglied Guido Dahm. Der nachhaltige Finanzdienstleister beschäftigt sich seit 2001 mit dem Themenbereich „Grünes Geld“ und ist Inhaber des Ecofonds-Shop in der Pfalz, darüber hinaus auch Fachgruppenleiter der LEADER Region Rhein-Haardt im Bereich „Energie, Klimaschutz & zukunftsfähige Mobilität“).