„Mit der Förderung unterstützt das Land einen weiteren wichtigen Baustein in der Hochwasserschutzkonzeption des Abwasser- und Hochwasserschutzverbandes Wiesloch. An den zuwendungsfähigen Kosten für den Ausbau des Leimbaches in Höhe von voraussichtlich 2,3 Millionen Euro beteiligt sich das Land Baden-Württemberg mit einem Zuschuss von rund 1,6 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird den Zuwendungsbescheid in den nächsten Tagen ausstellen“, so Regierungspräsidentin Nicolette Kressl am 10. Juli 2014 in Karlsruhe.

Damit aus dem Risiko keine Katastrophe wird

„Das zurückliegende Hochwasser im Frühjahr 2013 hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass das Risiko für Leib und Leben, für unsere Umwelt, für die Wirtschaft und für unsere Kulturgüter real ist“, erklärt Umweltminister Franz Untersteller. Damit aus dem Risiko keine Katastrophe wird, misst die Landesregierung dem Schutz vor Hochwasser eine hohe Priorität bei. Regional und lokal unterstützt das Land Verbände und Kommunen bei ihren Projekten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Hochwasservorsorge“, so der Minister.

Umfangreiches Bauprogramm

Der Abwasser- und Hochwasserschutzverband Wiesloch setzt mit dem Ausbau des Leimbaches in Wiesloch zwischen der Brücke Uferstraße (alte Post) und der Mündung Waldangelbach (Dr.-Martin-Luther-Straße) eine weitere Maßnahme seines umfangreichen Bauprogramms um. Der Ausbau ist Teil der Gesamtkonzeption zum Schutz von Hochwasserereignissen der im Einzugsgebiet des Waldangelbachs und Leimbach-Oberlaufs liegenden Ortschaften, die statistisch alle 100 Jahre auftreten.

Neben einem Hochwasserschutz für den Menschen und der vorhandenen Kultur- und Sachgüter dient der Ausbau auch der Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässers.
Erreicht werden soll dies unter anderem durch geeignete gewässerbauliche Maßnahmen wie die Aufweitung des Gewässerbettes, Beseitigung von Verlandungen, Ufersicherungsmaßnahmen durch Erdschüttung oder Blocksteinsätzen, sowie die Angleichung der Gewässersohle zur Durchgängigkeit im Gewässer.

Trotz aller Anstrengungen werde es einen hundertprozentigen Hochwasserschutz nicht geben. Das Land setze daher auf eine ganzheitliche Hochwasserschutzstrategie. Neben dem technischen Hochwasserschutz seien dies das Hochwassermanagement und die Hochwasservorsorge, so die Regierungspräsidentin.

Ergänzende Informationen:

Der ehemalige Abwasserverband Leimbach-Angelbach wurde im Jahre 2004 um den Aufgabenbereich Hochwasserschutz erweitert. Ziel des neuen Abwasser- und Hochwasserschutzverbandes Wiesloch (AHW Wiesloch) ist der Schutz der im Einzugsbereich liegenden Ortschaften Wiesloch, Rauenberg, Mühlhausen , Dielheim und Leimen. Hochwasserereignisse führten im Einzugsgebiet immer wieder zu Überflutungen und Schäden in Millionenhöhe. Die daraufhin erstellte Hochwasserschutzkonzeption auf Grundlage einer Flussgebietsuntersuchung auf einer Fläche von insgesamt 115 km² mit neuesten hydrologischen Erkenntnissen, sieht den Bau von acht überörtlich wirkenden Hochwasserrückhaltebecken, den Ausbau von zwei vorhandenen Becken mit insgesamt 1.030.200 m³ Rückhaltevolumen vor, die das Hochwasser vorübergehend zurückhalten und nach Durchlaufen der Hochwasserwelle schadlos abgeben.

Ergänzt wird die Wirkung der Hochwasserrückhaltebecken durch zehn innerörtliche Gewässermaßnahmen am Leimbach und Waldangelbach, zum Beispiel Uferdamm, Gewässer Aufweitungen, die neben der hydraulischen Leistungsfähigkeit auch eine Verbesserung des ökologischen Zustandes der Bachläufe nach sich ziehen. Inzwischen wurden vom Zweckverband fünf überörtlich wirkende Hochwasserrückhaltebecken und zwei der innerorts wirkenden Maßnahmen fertig gestellt.

Schon jetzt reduzieren diese Anlagen die Abflussmenge in den Gewässern, wie mehrere zum Teil auch große Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren gezeigt haben. Der gleichwertige Schutz im gesamten Verbandsgebiet vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis wird jedoch erst mit Fertigstellung aller in der Schutzkonzeption vorgesehenen Hochwasserrückhaltebecken und Gewässermaßnahmen erreicht. Aktuell befinden sich wieder mehrere Projekte in der Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsphase.