„Wie wird ein Stadtbus erfolgreich?” Neue Impulse auf diese Frage verspricht der Vortrag des Züricher Verkehrsplaners Willi Hüsler, der am Dienstag, 21. Januar 2014, um 19.30 Uhr im Restaurant „Zum Stadtgraben” in Heppenheim stattfindet. Der Kreisverband Bergstraße des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und die Pro Bahn-Regionalverbände Starkenburg und Rhein-Neckar laden sowohl die Politik als auch Bürger aus Heppenheim und der weiteren Umgebung ein, sich über neue Ideen zum Stadtbus zu informieren und mit dem Schweizer Verkehrsfachmann über die Umsetzbarkeit zu diskutieren.

„Heppenheim leidet seit Jahren unter Staus und verstopften Straßen”, beschreibt Peter Castellanos von Pro Bahn das Problem. „Ein Stadtbus kann eine gute Lösung sein, wenn das Konzept stimmt.” In Heppenheim ist das mit der Stadtbuslinie 679 offensichtlich noch nicht der Fall, daher haben BUND und Pro Bahn mit Willi Hüsler einen europaweit erfolgreichen Verkehrsplaner in die Kreisstadt eingeladen. Der Dipl.-Ingenieur leitet nicht nur ein Fachplanungsbüro in Zürich, Hüsler ist auch Gastprofessor im italienischen Sassari und für die Schweiz in der europäischen Verkehrsforschung tätig. Willi Hüsler und sein Planungsbüro haben schon zahlreiche Stadtbuskonzepte optimiert, in Deutschland z.B. in Lemgo, Detmold, Remseck, Stolberg, Herzogenrath und Lindau. Das Ergebnis waren durchweg deutlich gesteigerte Fahrgastzahlen und eine nachhaltig bessere Kostendeckung – eine verlockende Aussicht auch für Heppenheim und Umgebung.

„Die Diskussion um den Heppenheimer Stadtbus soll auch Beispiel sein für umliegende Städte”, wirbt Guido Carl vom BUND Bergstraße für mehr und bessere Stadtbusse in der Region. So könnten z.B. Weinheim, Bensheim und Bürstadt ihre Konzepte optimieren, Lorsch oder Hemsbach ihr öffentliches Verkehrsangebot durch einen Stadtbus verbessern. So sollen mit der Veranstaltung keineswegs nur Heppenheimer angesprochen werden, im Gegenteil, man möchte auch die umliegenden Städte und Gemeinden für das Thema interessieren: sowohl in Südhessen wie auch in Baden-Württemberg.

Wichtig ist, dass das Verkehrskonzept für die örtlichen Verhältnisse maßgeschneidert wird. So sollen auch Bürger aus entfernteren Stadtteilen, in Heppenheim z.B. Ober-Laudenbach, Mittershausen oder Sonderbach die wichtigen innerstädtischen Ziele (u.a. Fußgängerzone, Krankenhaus oder Seniorenwohnanlagen) gut erreichen können. Eine gute Anbindung an die Nachbargemeinden ist ebenso selbstverständlich wie die Abstimmung mit schon bestehenden Bus- und Bahnlinien. Die beiden Verbände betonen, dass ein ausgeklügeltes Stadtbussystem auch Kostenvorteile bei der innerstädtischen Planung mit sich bringt, beispielsweise wenn man mit weniger Pkw-Parkflächen auskommt.

„Dass ein so renommierter Verkehrsexperte sich für Heppenheim interessiert, ist ein gutes Zeichen”, erhofft sich Peter Castellanos schon jetzt zusätzliche Inspiration für den Nahverkehr. Das Ziel der Verbände Pro Bahn und BUND bleibt aber, dass der Heppenheimer Stadtbus nicht nur weiter in Betrieb bleibt, sondern mit einem verbesserten Konzept auch langfristig einen sehenswerten Erfolg erzielt.