Der Weltvegantag ist seit 1994 ein internationaler Aktionstag, welcher heute (1. November 2016) gefeiert wird. In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 900.000 Veganer – mit steigender Tendenz. Im europäischen Vergleich war Deutschland 2015 Spitzenreiter bei der Einführung neuer pflanzlicher Produkte.

Warum gewinnt die rein pflanzliche Ernährung zunehmend an gesellschaftlicher Tiefenwirkung?

Immer mehr Verbrauchern wird bewusst, dass sowohl der Umgang mit den Tieren, wie auch die aus der Massentierhaltung resultierenden Folgen nicht den kurzen Genuss rechtfertigen. Für tierische Produkte werden die sogenannten Nutztiere meist qualvoll gezüchtet, gehalten und geschlachtet. Dies gilt für jedes industrielle Haltungssystem und jede Tierart. Die Tiere erkranken physisch wie psychisch und erfahren unvorstellbares Leid. Nicht nur für Fleisch: Kühe werden jedes Jahr künstlich besamt, damit der Milchfluss nicht stoppt. Nach der Geburt wird ihnen das Kalb genommen, welches anschließend mit Milchaustauschern gefüttert wird. Die Trennung ist für Kuh und Kalb sehr schmerzhaft. Aber auch für Eier müssen Tiere leiden. In Deutschland werden etwa 50 Millionen männliche Eintagsküken getötet, da sie keinen wirtschaftlichen Nutzen haben.

In Entwicklungs- und Schwellenländern werden Soja und Mais im großen Stil angebaut; u.a., um die hiesigen großen Tierbestände mit Futtermitteln zu versorgen. Diese Anbauflächen führen zu Brandrodung von Regenwäldern oder gehen – je nach Region – der Bevölkerung verloren und sind damit ein Faktor, der den Welthunger bedingt. Im Gegenzug wird Fleisch und Milch in diese Regionen verschickt. Durch Subventionen künstlich verbilligt, zerstören jene europäischen Überschusswaren die regionalen Märkte und schaffen Armut sowie eine Abhängigkeit von Industrienationen.

Die außerordentlich beengte Haltung der Tiere in der Massentierhaltung fördert Krankheiten

Die außerordentlich beengte Haltung der Tiere in der Massentierhaltung fördert Krankheiten. Aus diesem Grund wird Antibiotika in großen Mengen eingesetzt. „So entstehen multiresistente Keime, welche einer aktuellen Studie zufolge im Jahr 2050 mehr Todesfälle hervorbringen werden als Krebs”, teilt der Verein Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V mit.

Auch ökologisch sei die Tierhaltung ein Desaster. Der Klimawandel gelte als die größte Herausforderung der Menschheit und die Massentierhaltung befeuere ihn gleich doppelt: Das Abholzen von Regenwäldern zur Gewinnung von Anbauflächen vernichte nicht nur Ökosysteme und verringere massiv die Artenvielfalt, sondern zerstöre auch die „grüne Lunge“ des Planeten. Laut Umweltbundesamt sei die Landwirtschaft der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Die Tierhaltung führe zudem zu einer Überdüngung von Böden sowie Verschmutzung von Gewässern.

„Die pflanzliche Ernährung ist die Ernährung der Zukunft“

„Die pflanzliche Ernährung ist die Ernährung der Zukunft“, ist sich Ira Belzer, Campaignerin bei Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V. sicher. „Der Veganismus ist kein Trend, welcher wieder verebbt. Im Gegenteil – eine rein pflanzenbasierte Ernährung und ein gleichwürdiges Mensch-Tier-Verhältnis macht uns zukunftsfähig. Nachfolgende Generationen werden unseren heutigen Umgang mit empfindungsfähigen Lebewesen sowie den verschwenderischen Umgang mit endlichen Ressourcen zu Recht kritisieren.“