Die Stadtwerke Weinheim erzeugen jetzt eigenen Windstrom – durch eine Beteiligung an der Komko Wind GmbH. Diese haben sie mit vier weiteren kommunalen Partnern gegründet: den Stadtwerken Esslingen, Schramberg und Schwäbisch Gmünd sowie der EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG (ODR). Die Stadtwerke Weinheim halten 26,36 Prozent an der neuen Gesellschaft, die von der EnBW Anteile an deren Onshore-Windenergieanlagen erworben hat. Insgesamt handelt es sich um 2,8 Prozent an 89 Anlagen, die auf 17 Windparks an Land in Deutschland verteilt sind. Sie erzeugen jährlich rund 306 Millionen Kilowattstunden Strom. Der Anteil der Stadtwerke Weinheim beträgt 2,24 Millionen Kilowattstunden. Dies entspricht dem Jahresbedarf von 640 Durchschnittshaushalten. Bereits am 4. Februar 2014 hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Weinheim der Beteiligung an der Komko GmbH und damit einer Investition von 1,84 Millionen Euro zugestimmt.

Klimaschutz tut Not

Aufsichtsrat und Stadt begrüßen das konsequente Engagement der Stadtwerke Weinheim für die Energiewende und den Klimaschutz. „Für uns zählen dazu, neben dem Ausbau der eigenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, auch die Erhöhung der Energieeffizienz, beispielsweise durch mehr Nah- und Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung“, sagt Peter Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim, und fügt hinzu: „Klima ist global und eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Wir müssen den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen verringern – und das so effektiv und effizient wie irgend möglich.“

Durch die Aktivitäten der Stadtwerke Weinheim seit 1990 werden der Umwelt bereits jährlich 12.350 Tonnen Kohlendioxid erspart. Der Ökostrom, den die Stadtwerke über die Komko Wind GmbH erzeugen, bewirkt, dass sich die Kohlendioxid-Emission der Stadtwerke Weinheim um weitere 1.625 Tonnen pro Jahr verringert. „Wir wollen die Energieversorgung der Region nachhaltig umweltschonend und auf lange Sicht bezahlbar gestalten. Der Einstieg in die eigene Windstromerzeugung ist ein weiteres Modul auf dem Weg dorthin“, informiert der Geschäftsführer.

Für die Beteiligung an der Komko Wind GmbH haben sich die Stadtwerke Weinheim aus zwei Gründen entschieden, wie Peter Krämer erläutert: „Erstens das Konsortium aus Stadtwerken, die überwiegend in kommunalem Besitz sind; zweitens das geringe Risiko, weil es sich um eine Beteiligung an bestehenden Onshore-Anlagen handelt.“ Die Ertragsprognosen seien realistisch, betonte der Stadtwerke-Chef: „Es handelt sich um Anlagen an Land, die in mehreren Regionen des Bundesgebiets errichtet wurden. Sie sind im Durchschnitt drei Jahre alt und von verschiedenen Herstellern. Da liegen verlässliche Daten vor.“ Und die Kooperation aus regionalen Energieversorgern verspreche durch die identischen Interessen einfache Prozesse und schnelle Entscheidungen.