Weinheim-Rippenweier

Foto: Stadtwerke Weinheim

Die Bagger haben im Weinheimer Stadtteil Rippenweier derzeit das Sagen: Sie bereiten das Bett für rund 600 Meter Wärmeleitungen vor, die bereits Ende Oktober 19 Gebäude mit Wärme aus der neuen Heizzentrale im Höhenweg 5 versorgen sollen. Rund die Hälfte der Gebäude ist bereits an das Wärmenetz angeschlossen. Begonnen haben die Bauarbeiten in der Steingrundstraße, es folgte der Ausbau Im Grund, das Ende des ersten Bauabschnitts liegt im Höhenweg. Peter Quintel, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Rippenweier GmbH & Co. KG, freut sich über den planmäßigen Bauverlauf, noch mehr aber über das stetig steigende Interesse der Hausbesitzer an Wärme aus der lokalen Holzhackschnitzel-Heizzentrale.

„Die Bürgerinnen und Bürger sehen jetzt, dass die klimaneutrale Wärmeversorgung für Rippenweier wirklich kommt“, erklärt Peter Quintel den zunehmenden Zuspruch. „Zudem bieten wir Vierjahresverträge mit stabilen Wärmepreisen an. Das macht Heizkosten planbar und ist bei Hauseigentümern ein großes Plus gegenüber den unsicheren Preisentwicklungen bei anderen Energieträgern“, meint er weiter. Im Frühjahr 2014 wird das Leitungsnetz auf die Edelweiß-, Arnika- und Anemonenstraße ausgedehnt. Dort bestehen bereits Vorverträge mit mehr als einem Dutzend Hausbesitzer. Peter Quintel rechnet bis zur Baufortsetzung mit deutlich mehr Abschlüssen.

Wirtschaftlicher Beitrag zur Energiewende

Die Gesellschaft, an der auch die Stadtwerke Weinheim beteiligt sind, investiert in den ersten Bauabschnitt 250.000 Euro. Für die Stadtwerke sind effiziente Nah- und Fernwärmenetze ein wichtiger und wirtschaftlicher Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Sie haben Erfahrung mit Planung, Umsetzung und Betrieb solcher Anlagen. „Die Wärmeversorgung in Rippenweier mit Holzhackschnitzeln hat mehrere Vorteile: Sie wird mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Region betrieben. Das erspart der Umwelt klimaschädliches Kohlendioxid“, sagt Peter Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim. „Mit Wärme aus Holzhackschnitzeln wird zudem ganz bequem eine Forderung aus dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz erfüllt“, führt er aus. Dieses schreibt nämlich vor, dass bei Heizungsmodernisierungen zehn Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen müssen, bei Neubauten mehr.

50 Häuser und mehr

Die Wärmeversorgung Rippenweier rechnet bis 2017 mit dem Anschluss von rund 50 Häusern. „Wir sind auf eine Erweiterung eingestellt – auch über diese Planzahlen hinaus“, erklärt Peter Quintel. Installiert sind jetzt ein hocheffizienter Heizkessel mit 500 Kilowatt Leistung und ein Pufferspeicher für 16.000 Liter Heißwasser. Ein zweiter Heizkessel und eine Vergrößerung des Netzes sind geplant.

Vier Jahre lang planbare Kosten

Für die Versorgung mit Wärme in Rippenweier beträgt der Arbeitspreis pro Kilowattstunde 7,2 Cent ohne Steuern, der Grundpreis bis 20 Kilowatt Anschlussleistung 35 Euro pro Monat. Dieser Tarif bleibt garantiert vier Jahre stabil. Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt für Heizung und Warmwasserversorgung pro Jahr 2.200 Euro inklusive Steuern.