Weinheim Heizzentrale

Foto: Stadt Weinheim

Die Stadtwerke Weinheim bauen im Neubaugebiet Lützelsachsen Ebene eine Heizzentrale. Dafür haben am 2. Juli 2013 mit einem kräftigen Spatenstich den Startschuss gegeben: Torsten Fetzner, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim, Architekt Roland Träger aus Viernheim und Peter Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim. Die Heizzentrale soll in der ersten Ausbaustufe Mitte Oktober in Betrieb gehen – rechtzeitig vor dem nächsten Winter. In dem rund 250 Quadratmeter großen, einstöckigen Gebäude wird zunächst ein Heizkessel mit einer Leistung von 2.300 Kilowatt installiert. Dieser springt für die Wärmeversorgung des Neubaugebiets in Spitzenlastzeiten ein und dient als Reservekessel. „Sicherheit ist uns ganz wichtig“, sagt Peter Krämer und fährt fort: „Sollte das Blockheizkraftwerk des Landwirts Axel Großhans, von dem aus das Wärmenetz des Neubaugebiets gespeist wird, je einmal ausfallen, springt der Kessel der neuen Heizzentrale ein.“

Flexibler Ausbau

Die Heizzentrale ist so konzipiert, dass sie um einen weiteren Kessel und ein zusätzliches Blockheizkraftwerk erweitert werden kann. „Der Ausbau richtet sich nach der Zahl der angeschlossenen Nutzer und der Wärmeabnahme“, informiert Peter Krämer. Im Moment sind an das Wärmenetz Lützelsachsen Ebene bereits zwei Großkunden angeschlossen: das Pilgerhaus und das Autohaus Sporer. Auch zwei Privatkunden beziehen schon Biowärme; weitere 22 folgen demnächst. Sie haben den Antrag auf einen Wärmeanschluss gestellt; ihre Häuser sind noch im Bau. Die Stadtwerke Weinheim rechnen mit einem zukünftigen Wärmebedarf von 4.600.000 Kilowattstunden pro Jahr; davon wird der neue Heizkessel rund 1.800.000 Kilowattstunden erzeugen. Bis jetzt haben die Stadtwerke Weinheim rund 13.600 Meter Wärmeleitungen für den Vor- und Rücklauf in Lützelsachsen Ebene verlegt. Davon verläuft eine Wärmetransportleitung von 950 Meter Trassenlänge zum Hof des Landwirts Axel Großhans.

Klimaschonend aus der Region

Das Neubaugebiet wird mit Wärme aus lokal erzeugtem Biogas versorgt. „Das ist nicht nur klimaschonend, sondern auch höchst effizient“, betont Peter Krämer, und der Erste Bürgermeister Torsten Fetzner fügt an: „Zudem bleibt bei so einem Konzept die Wertschöpfung in der Region. Das ist ein Beitrag zu unserer Lebensqualität hier.“ Die Stadtwerke Weinheim engagieren sich konsequent für den Klimaschutz durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz. Auf dem Pultdach der neuen Heizzentrale installieren die Stadtwerke Weinheim deshalb auch schon jetzt eine Photovoltaikanlage mit 140 Modulen und einer Leistung von 35 Kilowatt peak. Diese wird künftig pro Jahr rund 32.800 Kilowattstunden erzeugen. Die Stadtwerke decken mit dem selbst erzeugten Ökostrom einen Teil des Strombedarfs der Heizzentrale. Dazu zählen Kessel, Pumpen, Lüftungsanlagen.

Nachhaltige und sparsame Beheizung

„Wer sich heute ein Haus kauft, achtet auf eine nachhaltige, sparsame und klimaschonende Energieversorgung. Im Gebiet Lützelsachsen Ebene ist das gewährleistet“, erläutert Peter Krämer. Mit dem Bezug von Öko-Fernwärme erfüllen Hausbesitzer ganz bequem auch die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes. Es schreibt vor, dass bei bestehenden Gebäuden nach einem Austausch der Heizanlage mindestens 10 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen muss, bei Neubauten mindestens 20 Prozent. Und auch preislich ist Fernwärme heute durchaus wettbewerbsfähig.