Fernwärmeexkursion

So sieht eine Wärmeübergabestation aus: Waibstädter Bürger informierten sich im Bioenergiedorf Siebeneich über Fernwärme. Foto: Bioenergie-Region H-O-T

Fernwärme – was hat es eigentlich damit auf sich? Das fragen sich gerade viele Bürger in Waibstadt bei Sinsheim. Denn dort soll in den Wohngebieten Hammerstock und Traubenstock in naher Zukunft ein Fernwärmenetz entstehen, um die dortigen Bewohner mit nachhaltig erzeugter Wärme zu versorgen. Da sich viele darunter recht wenig vorstellen können, machten sich am 21. November 2015 einige Bürger auf Einladung der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) auf den Weg ins Bioenergiedorf Siebeneich im Landkreis Hohenlohe. Hier konnten sich die Teilnehmer vor Ort informieren, wie ein Wärmenetz funktioniert: Die zentral produzierte Wärme wird über eine Wärmeleitung zu den Wohnhäusern gebracht und dort mit einer Wärmeübergabestation in den Heizkreislauf des Wohnhauses überführt.

Dies konnten sich die Teilnehmer in Siebeneich live vor Ort ansehen und nebenbei mit den Wärmenutzern ins Gespräch kommen. Dabei wurde ersichtlich, dass das Wärmenetz sehr zuverlässig und preisgünstig Wärme liefert und den Wärmekunden quasi keine Arbeit mehr bereitet. Da die Wärme von einer Biogasanlage genutzt wird, werden zudem jährlich große Mengen an Heizöl eingespart und so ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. „Eine nachhaltige Energieversorgung bietet klare Vorteile: sie dient dem Klimaschutz, stärkt die Autonomie der Bürger und stärkt die regionale Land- und Forstwirtschaft“, betont auch Waibstadts Alt-Bürgermeister und jetziger Bioenergie-Botschafter Hans Wolfgang Riedel, der auch an der Exkursion teilgenommen hat.

„Zwei Drittel der in Deutschland benötigten Energie ist Wärmeenergie”

Die erwähnten Vorteile können zukünftig auch die Bürger in Waibstadt in Anspruch nehmen, wenn das geplante Fernwärmenetz realisiert wird. Dieses soll – wie in Siebeneich – mit der Abwärme eines Biogas-Blockheizkraftwerks geheizt werden, welches seit 20 Jahren von der Familie Kaufmann betrieben wird. Seit 2011 wird mit der Abwärme das Schulzentrum in Waibstadt geheizt. Da derzeit aber nur rund die Hälfte des Wärmeangebots genutzt wird, kann die restliche Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist werden. „Zwei Drittel der in Deutschland benötigten Energie ist Wärmeenergie. Der Wärmebedarf macht mit Abstand den größten Posten unseres Energieverbrauchs aus, noch weit vor dem Strom- und Mobilitätsbereich. Damit ist der Wärmesektor die große Herausforderung der Energiewende“, betont auch Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region H-O-T, die dieses Projekt unterstützt. Bei den anstehenden Baumaßnahmen in Waibstadt sollen dann möglichst auch Leerrohre für äußerst schnelles Internet und die Infrastruktur für die Elektromobilität verlegt werden.

Weitere Informationen:
www.birkenhof1.de