Vögel zu füttern macht Spaß und ist ein Naturerlebnis für Jung und Alt: Besonders bei frostigen Wintertemperaturen ist das Nahrungsangebot für Vögel, die nicht in den warmen Süden gezogen sind, sehr begrenzt. Ines Hofer, Kampagnenleiterin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V., gibt pünktlich zur kalten Jahreszeit hilfreiche Tipps für Tierfreunde, die die flinken Tiere bei ihrer Nahrungssuche unterstützen wollen.

Wann füttern

Grundsätzlich wird empfohlen, von Anfang November bis Ende Februar zu füttern. In Regionen mit wenig natürlichen Futterquellen, wie in Großstädten, sollte von September bis Mai zu gefüttert werden. Neueste Studien zeigen, dass sogar eine Ganzjahresfütterung sinnvoll sein kann, da die Umweltbedingungen für Vögel immer schwieriger werden. Die beste Tageszeit zum Füttern ist der frühe Morgen, da die Vögel nach einer langen Nacht besonders hungrig sind.

Was füttern

Heimische Singvögel lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: Körnerfresser und Weichfutterfresser. Meisen, Finken und Sperlinge gehören den Körnerfressern an: Sie bevorzugen Sonnenblumenkerne und Hanfkörner. Auch Bucheckern, Hirse, Mohn und zerkleinerte Hasel- oder Erdnüsse können hinzugefügt werden. Weichfutterfresser hingegen, wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Drosseln und Zaunkönig, favorisieren Rosinen, Obst und Getreideflocken. Besonders beim Obst ist aus hygienischen Gründen immer auf die Frische zu achten. Sogenanntes Fettfutter wird besonders gerne von Specht, Kleiber und Meise verzehrt und kann sehr einfach selbst hergestellt werden: Pflanzliches Fett wird dabei erhitzt und Weizenkleie hinzugefügt (zwei Teile Fett und ein Teil Weizenkleie). Achtung: Nicht gefüttert werden sollten Essensreste, darunter fallen vor allem salzige Nahrungsmittel oder auch Brot. Salz führt dazu, dass die Vögel von innen austrocknen. Brot quillt im Magen der Tiere auf und verdirbt darüber hinaus schnell.

Im Winter wie im Sommer ist es sinnvoll, Vögeln Wasser in einer flachen Schale anzubieten. Dieses wird sowohl als Trinkquelle als auch zum Baden genutzt. Auch im Winter besteht dabei keine Gefahr der Vereisung des Gefieders, denn sowohl die wasserabweisende Beschaffenheit des Federkleides, als auch die erhöhte Körpertemperatur von 40°C wirken dem entgegen.

Wo füttern

Da Vögel in ihren Nahrungsgewohnheiten variieren, bevorzugen verschiedene Vogelarten auch unterschiedliche Fütterungsplätze. Buntspechte, Meisen und Kleiber favorisieren hängende, Amsel, Sperlinge, Finken und Rotkehlchen wiederum festmontierte Fütterungsplätze. Die Auswahl an Futterspendern ist groß: Neben Futterhäuschen bietet der Handel u.a. auch Futtersäckchen, -glocken und -silos an. Besonders bei Futterhäuschen ist auf Hygiene zu achten. Regelmäßige Reinigungen mit heißem Wasser sind zu empfehlen. Außerdem sollte nie zu viel Futter auf einmal angeboten werden. Achtung: Die Verwendung von scharfen Desinfektionsmitteln ist nicht geeignet. Außerdem sollte das Trockenfutter nicht feucht werden, da dies zur Bildung von Krankheitserregern, wie z.B. Salmonellen, führen kann. Den Futterspender am besten so platzieren, dass er für Katzen unerreichbar ist und sich Büsche oder Bäume zum Schutz in der Nähe befinden.

Gut zu wissen

Die Fütterung von Singvögeln wie auch das Anbringen eines Vogelhäuschens sind gesetzlich gestattet und können somit vom Vermieter nicht verboten werden. Das gilt aber nicht für die Fütterung von Tauben. Besonders in Städten sollten Tauben nicht gefüttert werden, da die Versorgung häufig durch Taubenschläge abgedeckt ist. Die Standorttreue der Tauben führt auch dazu, dass die Tiere dann hauptsächlich in den Taubenschlägen koten und die Städte nicht verunreinigt werden.