Viernheim Windpark

Foto: Stadt Viernheim

Gleich fünf Windkraftanlagen werden sich bis zum Jahresende auf der Anhöhe zwischen Mossautal und Erbach im Odenwald drehen. Jedes Windrad wird mit einem Rotordurchmesser von 117 m und einer Nabenhöhe von 120 m bis zu 2.400 kW umweltfreundlichen Windstrom in das Netz einspeisen. Bauherr und Betreiber sind die Stadtwerke Viernheim GmbH gemeinsam mit dem Kooperationspartner Stadtwerke Bad Vilbel GmbH. Eine Beteiligungsmöglichkeit für die direkten Anwohner ist vorgesehen. Der erwartete Stromertrag von 25 Millionen kWh pro Jahr wird ausreichen, um über 7.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Erster Stadtrat Martin Ringhof hat das Projekt in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke von Beginn an begleitet und mitgetragen. Am 11. März 2013 stellte er es gemeinsam mit Dr. Ralph Franke und Andreas Vondung von den Stadtwerken Viernheim der Presse vor: „Mit diesem Projekt lösen wir unsere Zusage ein, die Gelder aus dem ‚Sonnen-Schein’-Angebot in umweltfreundliche Stromerzeugungsanlagen zu investieren. Da die Eigenmittel für das Projekt ausschließlich aus ‚Sonnen-Schein’-Geldern stammen, sind die neuen Anlagen ein echtes Bürgerprojekt.”

Für die Stadtwerke ist der Windpark ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftssicheren und umweltfreundlichen Stromversorgung. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Ralph Franke, freut sich über das neue Projekt: „Mit diesem Windpark kann der Anteil der regenerativen Energien an unserem Strombezug erheblich gesteigert werden. Rund 30 Prozent unseres Strombedarfs decken wir mit unseren eigenen Anlagen ab. Wir werden damit unabhängiger von der Strombeschaffung auf dem Markt und können unseren Kunden langfristig gute Strompreise sichern.”

Die Vorarbeiten für das Projekt sind bereits in vollem Gang. Für die technische Umsetzung ist Abteilungsleiter Andreas Vondung zuständig: „Wegebau, Fundamente und die Netzanbindung werden jetzt zügig umgesetzt. Die Errichtung der Anlagen wird bis spätestens zum Jahresende abgeschlossen sein.” Dabei wird er von einem Fachplaner für Windkraftanlagen unterstützt. Das beauftragte Büro “3 P Energieplan” ist in Viernheim ansässig und begleitet das Projekt von Anfang an. Mit einem Investitionsvolumen von ca. 20 Millionen Euro ist der Windpark auch ein wirtschaftlich bedeutendes Projekt. Möglich wurde die Großinvestition durch die Kooperation mit den Stadtwerken Bad Vilbel. In Bad Vilbel sorgt Prokurist Rüdiger Milke als Finanzfachmann dafür, dass das Projekt nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich zum Erfolg wird.

Bei den Anlagen setzen die Stadtwerke auf einen speziellen Typ des Herstellers Nordex. Das Hamburger Unternehmen hat Anlagen entwickelt, die besonders für Standorte in Mittelgebirgen geeignet sind. Der Rotordurchmesser von 117 m deckt eine Fläche von über 10.000 qm ab und übertrifft damit vergleichbare Anlagen um 20 Prozent. Dabei hat die Anlage einen geringen Schallpegel, so dass umliegende Wohngebiete keine Beeinträchtigung erfahren. Nicht nur mögliche Schallbelästigungen, auch eine Vermeidung von Beeinträchtigungen für die Tierwelt wurde im Planungsprozess intensiv berücksichtigt. Intensive Voruntersuchungen der Vogelwelt waren Teil der Standortauswahl und sind auch im Genehmigungsverfahren berücksichtigt worden. Nach Inbetriebnahme der Anlagen wird ein spezielles Überwachungssystem das Fledermausvorkommen um die Anlagen erfassen und ggfs. zeitweise die Anlagen herunterfahren.