Am Mittwoch, 25. September 2013 (14.00 – 17.30 Uhr) findet in der Kulturscheune in Viernheim eine spezielle Schulung für Mitarbeiter in Kommunalverwaltungen statt, die mit Beschaffungsaufträgen befasst sind. Ziel der Schulung ist es zum einen, die Teilnehmer zu motivieren, sich mit dem Thema „faire Beschaffung“ auseinanderzusetzen, und zum anderen, diese zu qualifizieren, faire Beschaffungsprozesse in ihren Arbeitsbereich zu integrieren und natürlich praxisnahe Hilfestellung für faire Beschaffung im Arbeitsalltag zu vermitteln. Die im Bereich der nachhaltigen Entwicklung tätige gemeinnützige Projekt- und Beratungsorganisation finep wird die Schulung leiten.

25 Anmeldungen sind eingegangen, neben der Stadtverwaltung Viernheim auch vom Kreis Bergstraße, den Stadtverwaltungen Worms, Frankenthal, Heppenheim, Bensheim, Lampertheim, Walldorf, Leimen, Eppelheim und Buchen sowie mehreren Weltläden. Der Viernheimer Bürgermeister Matthias Baaß freut sich, bei seiner Ansprache so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen zu können: „Die Fairtrade-Ziele dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren. Unverantwortlich wäre es, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Ständig sind wir gefordert, neue Ideen und Aktivitäten anzustoßen. Wichtig ist es, dass auch die Kommunalverwaltungen ihre Beschaffungspraxis weiter umstellen, soziale Aspekte und ökologisch Nachhaltigkeit berücksichtigen.

Geleitet wird das Seminar von Kai Diederich, Berater für nachhaltige öffentliche Beschaffung vom Forum für internationale Entwicklung und Planung (finep). Er wird die Zusammenhänge zwischen Sozialstandards, ausbeuterischer Kinderarbeit und öffentlicher Beschaffung deutlich machen und gleichzeitig wichtige Informationen über die wesentlichen, für öffentliche Beschaffer relevanten Produktgruppen (Arbeitstextilien, Naturstein, Blumen, Agrarprodukte und Lebensmittel, Bürobedarf, Spielwaren, Sportartikel, IT) beisteuern.

In dem Seminar geht es darum, Produktalternativen sowie Schritte zum praktischen Einstieg in die faire Beschaffung aufzuzeigen. Dabei sollen auch ausgesuchte Beispiele guter Praxis aus anderen Kommunen zur Sprache kommen. Denn schließlich muss man das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Strukturen nutzen, Kräfte bündeln und über neue Möglichkeiten der Kooperation und Vernetzung nachdenken, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle.

Fairtrade MRN-Ausstellung „Fairer Handel – ein Gewinn für alle”

Auch bei der Fairtrade Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) steht Kooperation und Vernetzung für alle Beteiligten (Weltläden und Initiativen) im Vordergrund. An einem Strang ziehen und Vorteile der Vernetzung zielgerecht nutzen – das steckt hinter der Idee der „Fairtrade MRN”. Gegründet wurde diese Initiative im Juni 2010 aus den beiden Weltläden Heppenheim und Viernheim heraus. Insgesamt 10 Banner der Ausstellung „Fairer Handel – ein Gewinn für alle” wurden im Rahmen der Fairtrade-Initiative MRN angeschafft, um den Fairen Handel in der Region öffentlicher zu machen. Robert Toth und Sonja Ott vom Eine-Welt-Kreis / Weltladen wollen diese Ausstellung in der Kulturscheune den Seminarteilnehmern und weiteren Interessenten präsentieren. Dabei geht es um die Frage: Was will der Faire Handel, was macht er und was bewirkt er?

Auf anschauliche Weise thematisiert die Ausstellung die Geschichte, Ziele und Kriterien des Fairen Handels, die unfairen Spielregeln des Welthandels, Fair Wirtschaften – Weltladen quo vadis? Kinderrechte im Fairen Handel, Einkaufen im Weltladen und den Weg des Fairen Handels. Andere Themenbereiche wie Biofairer Genuss (am Beispiel Kaffee), globaler Herausforderung regional begegnen und Colomvo3: ein Projekt des Fairen Handels in Sri Lanka kommen dabei nicht zu kurz.

Alle interessierten Mitbürger sind zum Besuch der Ausstellung herzlich eingeladen.