Um für die kommenden Jahre bestens gerüstet zu sein, organisiert das Mannheimer Universitätsklinikum den gesamten Prozess der Sterilgutaufbereitung um. Ziel ist es, eine Sterilgutaufbereitung vorweisen zu können, die Vorbildcharakter hat. „Nur durch ein Neuaufsetzen der Prozesse können wir verlorenes Vertrauen wieder zurückgewinnen“, ist die Überzeugung von Dr. Jörg Blattmann und Prof. Dr. Frederik Wenz, den beiden neuen Geschäftsführern des Universitätsklinikums. Dies beziehe sich nicht nur auf die Öffentlichkeit, sondern auch auf die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Organisatorisch ist die Sterilgut-Abteilung inzwischen unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet worden.

Unter das Leitmotiv „Neubeginn“ fällt die Reorganisation aller Arbeitsabläufe. Dem gingen bekanntlich Beanstandungen des Regierungspräsidiums Karlsruhe voraus. Ein weitgehend zentralisierter Betrieb zur Wäsche, Desinfektion und Sterilisation der Instrumente soll optimale Rahmenbedingungen schaffen. Dies ist verbunden mit Umbaumaßnahmen: In diesen Tagen werden Geräte aus vormals dezentralen Bereichen in die zentrale Aufbereitungseinheit integriert. Dies soll bis Ende 2014 abgeschlossen werden. Ergänzend dazu wird bis Mitte 2015 in einem anderen Gebäude auf dem Klinikumsareal eine weitere zentrale Einheit zur Aufbereitung von Medizinprodukten eingerichtet. Parallel dazu werden aktuell Transportwege überarbeitet.

Die so genannten OP-Siebe mit chirurgischen Instrumenten werden von den jeweiligen medizinischen Fachbereichen gemeinsam mit Fachleuten der Herstellerfirmen geprüft und neu zusammengestellt. Im Zweifelsfall werden Instrumente dabei gegen fabrikneue ausgetauscht. Mehr Siebe mit jeweils weniger, noch spezifischer zusammengestellten Instrumenten, lautet dabei das Prinzip. Zudem soll der Umlauf künftig erhöht werden – also die Zeitspanne verkürzt werden, innerhalb der ein OP-Besteck nach einer Operation aufbereitet und für die nächste Operation versandt wird.

Ein solches Aufgabenbündel lässt sich gerade wegen der erwähnten Umbaumaßnahmen nicht von einem Tag auf den anderen bewältigen. Um dem Grundsatz „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ gerecht zu werden, hat die Neugestaltung beim Reinigungs- und Sterilisationsprozess der OP-Instrumente Vorrang. Die OP-Kapazität, derzeit 30 – 40 Eingriffe pro Tag, wird deswegen nur verhalten „hochgefahren“. Dies lässt sich steuern, indem die einzelnen Fachbereiche ihren Bedarf anmelden und eine definierte Anzahl an OP-Sieben zugewiesen bekommen.