Frauen mit Diäterfahrung können an einer aktuellen Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg teilnehmen: Die Wissenschaftler untersuchen mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, welchen Einfluss Belohnungsmechanismen im Gehirn auf den längerfristigen Diäterfolg haben. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des deutschlandweiten Kompetenznetzwerkes „Adipositas“ gefördert.

Als Probandinnen werden gesunde, rechtshändige Frauen gesucht, die mindestens 18 Jahre alt sind. Weitere Voraussetzung ist der – wenigstens vorübergehende – Erfolg beim Abnehmen. Es können sowohl Frauen, die inzwischen wieder zugenommen haben, als auch solche, die ihr Gewicht stabilisieren konnten, teilnehmen. Sämtliche erhobene Daten werden anonym ausgewertet. Die Probandinnen erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Magnetresonanztomographie zeigt Gehirnaktivität im Belohnungssystem

Insgesamt sind zwei Untersuchungstermine an unterschiedlichen Tagen vorgesehen – dabei sind die Teilnehmerinnen einmal satt und einmal hungrig. Als Untersuchungsmethode kommt die funktionelle Magnetresonanztomographie zum Einsatz, ein sicheres und nebenwirkungsfreies Verfahren, das ohne belastende Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung auskommt. Bei der Untersuchung befinden sich die Probandinnen mit Kopf und Brust im Tomographen und lösen leichte Aufgaben, während ihre Gehirnaktivität gemessen wird.

Nach dem Abnehmen folgt die eigentliche Herausforderung: Das neue Gewicht auf Dauer zu halten. Häufig macht der sogenannte Jo-Jo-Effekt den Erfolg schnell zunichte – die Betroffenen nehmen wieder zu. Beim Essverhalten – was, wann und wie viel gegessen wird – spielt neben den Mechanismen der Hunger- und Sättigungsregulation im Gehirn auch das sogenannte Belohnungssystem eine entscheidende Rolle: Die Nahrungsaufnahme führt dort zu einer Freisetzung von Botenstoffen und damit zu positiven Empfindungen. „Wir essen daher häufig nicht, weil wir Hunger haben, sondern aus Genuss und Freude am Essen. Viele verspüren gerade nach den süßen oder fettigen ‘Dickmachern’ Heißhunger, obwohl sie nicht wirklich hungrig sind“, erklärt Dr. Joe Simon, Wissenschaftler der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik an der Medizinischen Universitätsklinik.

Mit Hilfe der Studie wollen die Wissenschaftler um Dr. Simon die Mechanismen im Gehirn, die einem dauerhaften Diäterfolg entgegen wirken, besser verstehen. Die Ergebnisse sollen in Zukunft dazu beitragen, neue medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsansätze für Patienten mit starkem Übergewicht zu entwickeln.

Interessierte wenden sich an:
Dr. Dipl.-Psych. Joe Simon
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik
Telefon: 0 62 21/5 63 86 67 (ggfs. auf den Anrufbeantworter sprechen) oder
joe.simon@med.uni-heidelberg.de