Hunderte Passivhäuser öffnen am zweiten Wochenende im November 2013 wieder ihre Türen – im Alpenraum z.B. werden dabei auch Einblicke mit Urlaubsflair ermöglicht: Gleich drei Hotels des Anbieters Explorer nehmen an den „Tagen des Passivhauses“ teil. Im Allgäu und im österreichischen Vorarlberg kann sich so jeder selbst davon überzeugen, dass der Passivhaus-Komfort auch höchste Ferien-Ansprüche erfüllt. Aber auch Passivhäuser in der Metropolregion Rhein-Neckar stellen sich vor: mit dabei sind Häuser in Nußloch, Mannheim, Wiesloch und Walldorf. Eine bundesweite Übersicht aller Gebäude, die vom 8. – 10. November 2013 zu besichtigen sind, bietet:

www.passivhausprojekte.de

Das erste zertifizierte Passivhaus-Hotel weltweit wurde 2010 in Fischen bei Oberstdorf im Allgäu eröffnet. In einer Branche, in der sonst immens viel Energie verbraucht wird, setzten die Betreiber damit neue Maßstäbe. Inzwischen sind zwei weitere Explorer Hotels im Passivhaus-Standard errichtet worden: in Gaschurn im Montafon und in Nesselwang im Ostallgäu. Die Entscheidung für hoch wärmegedämmte Gebäudehüllen, dreifach verglaste Fenster und Komfortlüftungen folgte dabei vor allem wirtschaftlichen Erwägungen – die Mehrkosten werden nach Berechnungen des Unternehmens bereits nach jeweils sechs Jahren ausgeglichen sein.

„Die Hotel-Bauten sind gute Beispiele dafür, dass Passivhaus-Standard nicht teuer und kompliziert ist, sondern vielmehr eine kostengünstige Lösung für die breite Anwendung“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Darmstädter Passivhaus Instituts. Für alle, die bisher nicht die Gelegenheit gehabt hätten, sich von den Vorteilen der Bauweise einen Eindruck zu machen, seien die „Tage des Passivhauses“ eine ideale Gelegenheit, nicht nur im Alpenraum, sondern in ganz Deutschland und Österreich sowie darüber hinaus.

Im Explorer Hotel bei Oberstdorf, das bereits seit gut zwei Jahren in Betrieb ist, werden durch den Passivhaus-Standard gegenüber vergleichbaren Hotels etwa 70 Prozent der Gesamtenergie und 85 Prozent der Heizenergie eingespart. Der verbleibende Energiebedarf wird durch Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sowie durch eine klimafreundliche Biogas- und Pelletsheizung gedeckt. „Wenn das in Deutschland alle so machen würden, wären die verfügbaren Mengen an Biogas und Pellets für alle Gebäude ausreichend“, sagt Feist. Spezialfenster fangen in den Explorer Hotels die Sonnenwärme ein, auch die Wärmeabgabe von Personen und Haushaltsgeräten trägt zur Energiebilanz bei. Im Ergebnis sind die Hotels zu 100 Prozent klimaneutral.

Die „Tage des Passivhauses“ sind eine Aktion der iPHA (International Passive House Association) sowie nationaler Netzwerke wie der IG Passivhaus Deutschland und der Passivhaus Austria.