Pferdekutschenunfall

Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. Foto: 112-magazin.de

Nachdem am 22. Oktober 2013 mehrere Personen bei einem Pferdekutschenunfall in Sinsheim schwer verletzt wurden, wendet sich die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun an Landrat Stefan Dallinger mit der Forderung nach einem Verbot von Pferdekutschen im Rhein-Neckar-Kreis – zum Schutz von Mensch und Tier. Aus noch unbekannten Gründen scheute ein Pferd, das vor einer mit zwei Frauen und vier Kindern besetzten Kutsche gespannt war, woraufhin der Kutschwagen umfiel. Ein Zweijähriger musste schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Drei weitere Personen wurden mit dem Krankenwagen in eine Klinik transportiert. Angesichts eines neuen Unfall-Rekords in 2012 warnt PETA eindringlich vor der Nutzung von Pferdekutschen im Straßenverkehr: Bei mindestens 36 Vorfällen wurden insgesamt zwei Menschen und sechs Pferde getötet, 103 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt.

„Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, deshalb setzen wir uns für ein Verbot von Pferdekutschen als Touristenattraktion ein“, so Dipl.-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Pferde sind Fluchttiere. Sie erschrecken sehr leicht, und das führt immer wieder zu Unfällen, bei denen Menschen und Pferde schwer verletzt werden oder sterben. Pferden, die Kutschen ziehen, wird zudem jede natürliche Lebensweise abgesprochen. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist daher ein Verbot von Kutschfahrten.“

In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt. In Münster gibt es als Alternative zu Pferdekutschen pferdelose Kutschfahrten mit dem elektrisch betriebenen „Prinzipal-Express“.