Wie die Stadt Schwetzingen und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) gemeinsam mitteilen, läuft seit 17. September 2014 die Offenlage zum Antrag auf Erteilung einer planungsrechtlichen Zulassungsentscheidung nach § 18 AEG (Allgemeines Eisenbahngesetz). Gegenstand des Antrags ist der S-Bahn-gerechte Ausbau des Bahnhofs Schwetzingen. Der Ausbau beinhaltet den Neubau der Bahnsteige auf einer Länge von 210 m und die Anpassung der Zugänge für eine barrierefreie Erschließung. Erste Anregungen seien bereits eingegangen. Die Offenlage ist Teil des Planrechtsverfahrens, zeitgleich werden die Träger öffentlicher Belange angehört.

Hintergrund-Infos:

Durch das Eisenbahnbundesamt wurde bei der Genehmigung der Maßnahme festgestellt, dass es durch zwingende Nachtarbeit an den Stationen zu deutlichen Lärmbeeinträchtigungen der Anlieger durch Baulärm kommen wird. Aufgrund aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung kann damit keine einfache Plangenehmigung mehr stattfinden, sondern es muss eine aufwändige Planfeststellung mit Offenlage und Bürgerbeteiligung durchgeführt werden.

Dass der Bahnhof Schwetzingen mit drei weiteren Stationen auf der Strecke Mannheim-Weinheim bereits jetzt in die Planfeststellung aufgenommen wurde, ist für Schwetzingen wichtig. „Damit ist die dringend notwendige Herstellung der Barrierefreiheit für unseren Zentralen Omnibushaltepunkt verknüpft, auf die viele Schwetzinger schon lange warten“, so Oberbürgermeister Dr. René Pöltl. Ob und inwieweit es zu Zeitverzögerungen entgegen dem noch aktuellen Zeitplan kommen wird, zeige sich nach Abschluss des Planrechtsverfahrens. Erst danach könnten dem Planungsstand angepasste Terminpläne genannt werden.

Auch Haltepunkte „Hirschacker“ und „Nordstadt“ sind für Schwetzingen gesetzt

„Wir ziehen alle an einem Strang“, so Christian Wühl, Abteilungsleiter Planung beim VRN. „Alle betroffenen Beteiligten sind bemüht, die bestmöglichen Lösungen zu finden und dadurch die Auswirkungen auf den ursprünglichen Rahmenterminplan so gering wie möglich zu halten – das gilt für alle Streckenabschnitte der 2. Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar“, so Wühl weiter. Heißt: Auch die beiden Haltepunkte „Hirschacker“ und „Nordstadt“ sind für Schwetzingen gesetzt. Der Haltepunkt „Hirschacker“ sei zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt gewesen, derzeit liefen die notwendigen naturschutzrechtlichen Prüfungen, um eine bauliche Umsetzung im Einklang mit dem Naturschutz sicherzustellen. Hierzu OB Dr. Pöltl: „Dass der Haltpunkt ‚Hirschacker’ kommen wird und muss, steht für die Stadt Schwetzingen außer Frage, hierzu gibt es seitens des Vorhabenträgers uns gegenüber auch keine gegenteiligen Verlautbarungen. Ein Wegfall des S-Bahn-Haltepunktes im Hirschacker wäre für die Stadt Schwetzingen auch nicht akzeptabel und hinnehmbar.“

Kosten

80 Prozent der Kosten werden von Bund und Land getragen. Den Kommunalanteil von 20 Prozent tragen der Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Schwetzingen zu jeweils 10 Prozent. Für den Bahnhof Schwetzingen sind dies derzeit 1.302.000 Euro, für den Haltepunkt „Hirschacker“ 850.000 Euro und für den Haltepunkt „Nordstadt“ 870.000 Euro (insgesamt ca. 3.022.000 Euro). In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt Schwetzingen sei die letzte Kostenrate für 2017 eingestellt, was dem noch aktuellen Zeitplan geschuldet sei.

Keine Umbenennung von „Bahnhof“ in „Hauptbahnhof“

“Ein Fehler hatte sich in die Offenlage eingeschlichen. Die Prüfung einer etwaigen Umbenennung des Schwetzinger Bahnhofs in Hauptbahnhof kann aus rechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht erfolgen. Dies ist nur dort möglich, wo bereits mehrere Bahnhöfe bestehen. An die jeweiligen Stationsbezeichnungen sind sicherheitsrelevante Abläufe gekoppelt. Mit einer Umbenennung wären auch diese sehr umfangreich in allen Notfall- und Alarmierungsplänen zu ändern. Es wird somit bei der bisher gewohnten Bezeichnung ‘Bahnhof Schwetzingen’ bleiben”, so die Stadt und der VRN.