Wie schnell und fest muss eine Herzmassage sein? Wie häufig wird beatmet? Kann man dabei etwas falsch machen? Die Abteilung Kardiologie der GRN-Klinik Schwetzingen lädt für Dienstag, 23. Juni 2015, zu einem Abendkurs zum Thema Wiederbelebung ein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik erklären die theoretischen Grundlagen und demonstrieren die praktische Umsetzung. Anschließend haben die Besucher selbst die Möglichkeit, an Praxis-Übungen teilzunehmen.

„Viele Menschen scheuen sich, im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen, weil sie sich unsicher fühlen oder Angst haben, etwas falsch zu machen“, erklärt Prof. Dr. Bernd Waldecker, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin I (Kardiologie, Angiologie und Internistische Notfall- und Intensivmedizin). „Mit diesem Kurs, der dieses Jahr zum zehnten Mal stattfindet, wollen wir das nötige Wissen kompakt vermitteln und Unsicherheiten abbauen. Denn erste und effektive Wiederbelebungsmaßnahmen können von fast jedem Menschen erlernt und angewandt werden.“

Wiederbelebungskurs dauert rund 90 Minuten

Der Kurs beginnt um 18.00 Uhr in der Cafeteria (EG) der Klinik, Bodelschwinghstraße 10, in Schwetzingen, und dauert rund 90 Minuten. Die Veranstaltung richtet sich besonders an gefährdete Patienten sowie deren Freunde und Angehörige, die im Ernstfall schnell reagieren müssen; aber auch andere Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Deutschland: Jährlich fallen über 100.000 Menschen dem plötzlichen Herztod zum Opfer

In Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen – teils unbemerkt – an einer Herz-Kreislauferkrankung. Diese Erkrankungen können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und -stillstand führen. Jährlich fallen mehr als 100.000 Menschen in Deutschland dem sogenannten plötzlichen Herztod zum Opfer. Viele Betroffene könnten überleben, wenn ihnen sofort mit Herzmassage und Beatmung geholfen würde. Der Herz-Kreislauf-Kollaps kündigt sich durch Bewusstlosigkeit an, dann setzt die Atmung aus. „In diesem Moment ist jeder gefordert, der diesen Zusammenbruch mitbekommt“, sagt Prof. Dr. Waldecker. „Wer jetzt mit Wiederbelebungsmaßnahmen – vor allem mit der Herzmassage – beginnt, kann den Tod noch abwenden.“ Selbstverständlich muss außerdem möglichst schnell der Notarzt alarmiert werden, der die medizinische Behandlung einleitet.