Schwetzingen schmerzarme Geburtshilfe

Eine werdende Mutter demonstriert die Anwendung des Gemischs aus Lachgas und Sauerstoff zur Schmerzbekämpfung. Foto: GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Die Geburt eines Kindes ist ein einmaliges Erlebnis, das in der Regel mit Freude erwartet wird. Damit das Geburtserlebnis nicht durch quälende Wehenschmerzen getrübt wird, wenden Hebammen und Ärzte verschiedene Mittel zur Schmerzlinderung an. Als neues Verfahren zur Schmerzreduktion während der Geburt wird in der GRN-Klinik Schwetzingen seit kurzem ein Gemisch aus 50 Prozent Lachgas und 50 Prozent Sauerstoff verwendet, das die werdende Mutter selbst während der jeweiligen Wehe dosiert. Es steht gebrauchsfertig zur Verfügung und wird durch eine Maske eingeatmet. Das Mittel hat eine lindernde und beruhigende Wirkung bei Schmerzen von geringer bis mittlerer Intensität. Die Wirkung setzt innerhalb kürzester Zeit ein und klingt innerhalb weniger Minuten nach der Wehe wieder ab. Das Wohlbefinden und die Atmung des Babys bleiben von der Wirkung des Medikaments unbeeinflusst.

„Das Verfahren ist eine Bereicherung unseres Spektrums auf dem Weg zur schmerzarmen Geburt“, erklärt Dr. Annette Maleika, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe an der GRN-Klinik Schwetzingen. „In den meisten Fällen werden mehrere Verfahren der Schmerzerleichterung miteinander kombiniert. Jede Frau wird dabei individuell und nach ihren Wünschen begleitet.“ Unter anderem förderten schon ein paar Stückchen Vollmilchschokolade das Glücksgefühl und dämpften die Schmerzwahrnehmung, da Schokolade Endorphine freisetzt, so Maleika, die seit Juli in der Schwetzinger Klinik verantwortlich für die Frauenheilkunde ist. Auch homöopathische Globuli und ein Entspannungsbad seien beispielsweise in der Eröffnungsphase der Geburt hilfreich. Bei Bedarf werden selbstverständlich auch herkömmliche Schmerzmedikamente verabreicht, wobei darauf geachtet wird, nur solche zu verwenden, die dem Neugeborenen keinen Schaden zufügen. Eine komplette Schmerzausschaltung gelingt durch die rückenmarksnahe lokale Betäubung, die Periduralanästhesie (PDA). Diese kann heute so gesteuert werden, dass die werdende Mutter kaum noch Wehenschmerz verspürt und dennoch herumlaufen kann („Walking PDA“). Kaiserschnitte werden häufig unter Peridural- oder Spinalanästhesie durchgeführt.