„Naturschutz und Forstwirtschaft gehen Hand in Hand“, sagte der rheinland-pfälzische Forststaatssekretär Thomas Griese am 27. September 2016 in Klingenmünster. Anlass war die BUND-Fachtagung „Naturschutz und Forstwirtschaft im Wandel“, die die nachhaltige Nutzung der Ressource Holz und die Auswirkungen auf die Biologische Vielfalt zum Thema machte. Mit seinem Waldprogramm, das 1986 erstellt wurde und somit bereits 30 Jahre alt ist, lieferte der BUND gemeinsam mit Forstleuten wegweisende Impulse, die Forstwirtschaft deutlich naturnäher zu gestalten. So setzte in den 80er und 90er Jahren ein Umdenken in der Forstwirtschaft ein: Verheerende Orkane zeigten, dass Fichten-Reinbestände nicht standhaft gegen Stürme waren und zudem nicht der biologischen Vielfalt dienten. „Laubholzreiche Mischwälder und artenreiches Alt- und Totholz prägen heute – nach 25 Jahren naturnaher Waldwirtschaft – unsere Wälder“, sagte Griese und bedankte sich bei allen anwesenden Akteuren, die diesen Prozess mitgestaltet haben.

Die Wälder in Rheinland-Pfalz werden heute weitgehend naturnah bewirtschaftet. Für den Staatswald ist dies sogar gesetzlich festgeschrieben. Dieser ist FSC®-zertifiziert. Auf fast zehn Prozent der Staatswaldfläche soll sich zudem Wildnis frei entwickeln. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der neue Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Auch in den wertvollen Auwäldern am Rhein nimmt das Land seit dem letzten Jahr landeseigenen Wald schrittweise aus der forstwirtschaftlichen Nutzung.

„Jetzt gilt es, mit allen Partnern weiter voraus zu schauen. Es gilt, dem Ökorohstoff Holz einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft zu geben. Produkte aus heimischen Hölzern verbrauchen wenig Energie bei Herstellung und Transport, binden klimaschädliches CO2 und können wieder verwendet oder energetisch genutzt werden. Abfall entsteht so gut wie nie“, erläuterte Griese.