Purpurreiher

Purpurreiher. Foto: Umweltministerium Rheinland-Pfalz

Seltene Arten aus dem Mittelmeerraum wie Purpurreiher, Bienenfresser oder Schwimmfarn sind hier heimisch geworden. Trotz dichter Besiedlung durch den Menschen zwischen Wörth und Bingen bilden der Rhein und seine Nebengewässer, Flugsanddünen und Auen, ein einzigartiges Mosaik von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. „Der Oberrhein ist ein Zentrum der Artenvielfalt in Deutschland und deshalb besonders schützenswert“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken am 9. Dezember 2013 bei der Auftaktveranstaltung des Naturschutzgroßprojekts „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ in Mainz. „Mit diesem grenzüberschreitenden Vorhaben bewahren wir wertvolle Biotope für künftige Generationen“, betonte die Ministerin und bedankte sich beim NABU Rheinland-Pfalz, der die Koordination übernommen hat.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat die nördliche Oberrheinebene im Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zu einem von 30 „Hotspots der Biologischen Vielfalt“ in Deutschland ernannt. Gemeinsam mit den drei Ländern hat das BfN das Großprojekt zum Erhalt dieses Naturschatzes nun auf den Weg gebracht. Das Bundesumweltministerium wird dazu in den kommenden sechs Jahren 3,8 Millionen Euro bereitstellen. Rheinland-Pfalz steuert rund 365.000 Euro bei.

Ministerin Höfken erinnerte daran, dass der Mensch die Millionen Jahre alte Oberrheinlandschaft in den vergangenen zwei Jahrhunderten für Schifffahrt, Landwirtschaft und Besiedlung gewaltig umgestaltet habe: „Es ist erstaunlich, wie viele Tier- und Pflanzenarten in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen überlebt haben.“ Aktuell sei die Natur durch den steigenden Flächenverbrauch, den Klimawandel, Überdüngung und auch durch invasive Arten bedroht. Das Projekt „Lebensader Oberrhein“ schließe an bisherige Programme des Landes zur Renaturierung an. Unter anderem sollen Feuchtwiesen rekultiviert, Eiablageplätze für die Sumpfschildkröte eingerichtet oder totholzreiche Auenwälder gesichert werden. Darüber hinaus soll das Projekt die Vernetzung des Naturschutzes über den Rhein hinweg voran bringen, etwa mit flussübergreifenden Beweidungsmaßnahmen. Nicht zuletzt soll intensive Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern das Verständnis für den Naturschutz am Oberrhein verbessern.