Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat ihre Kräfte im Kampf gegen die Ausbreitung der für Allergiker gefährlichen Beifuß-Ambrosie gebündelt. „In Rheinland-Pfalz kommt die Pflanze bislang nur an wenigen Stellen vor, aber bedingt durch den Klimawandel schreitet die Ausbreitung insbesondere in der Vorder- und Südpfalz voran. Wir wollen frühzeitig alles tun, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und damit gesundheitliche Risiken zu minimieren“, teilte Umweltministerin Ulrike Höfken vor wenigen Tagen mit. Dazu habe eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Federführung des Umweltministeriums gemeinsam mit den nachgeordneten Behörden und dem Naturschutzverband Pollichia in den vergangenen Monaten ein Internet-Portal mit der Möglichkeit zur zentralen Meldung von Ambrosia-Vorkommen erstellt, das auch einen Überblick über alle bestätigten Funde im Land sowie umfassende Informationen über die Pflanze bietet.

Pflanze mit hoch allergenen Pollen

Die Beifuß-Ambrosie ist eine aus Amerika eingeschleppte Pflanze, die aufgrund ihrer hoch allergenen Pollen und den daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken in den vergangenen Jahren große Aufmerksamkeit erregte. In der Blütezeit (Mitte Juli bis September) kann der Pollen bei Menschen schwere Asthma-Anfälle auslösen. In Osteuropa und auch in Deutschland (Brandenburg, Bayern) ist die Pflanze mittlerweile fest etabliert. Schwerpunkte der Vorkommen in Rheinland-Pfalz sind Straßenränder, Brachflächen und vereinzelt Wildäsungsflächen.

„Auf Grundlage des neuen Internet-Portals und der stets aktuellen Informationen über neue Ambrosia-Vorkommen können gezielte Bekämpfungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden“, erklärte Höfken. Die Pflanze sei möglichst vor der Blütezeit durch Ausreißen, Hacken oder Mulchen unschädlich zu machen. Da die Verbreitung offenbar vorwiegend über verunreinigtes Vogelfutter oder Saatgut erfolge, sei es vor allem wichtig, geprüftes Vogelfutter und Saatgut zu verwenden.

Arbeitsgruppe bündelt Informationen und stimmt Maßnahmen ab

„Bereits in den vergangenen Jahren haben die Dienststellen des Landes Rheinland-Pfalz über die Beifuß-Ambrosie informiert, Maßnahmen zur Bekämpfung erläutert und an Straßen Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen“, so die Umweltministerin. Mit der Einrichtung der interministeriellen Arbeitsgruppe, an der neben dem Umweltministerium das Gesundheits-, Wirtschafts- und Innenministerium beteiligt sind, sei ein zentrales Gremium geschaffen worden, in dem die Informationen zusammen laufen und die Maßnahmen abgestimmt werden. „Besonders freue ich mich, dass wir den Naturschutzverband Pollichia mit seinen Pflanzenexperten zur Mitarbeit gewinnen konnten“, so Höfken.

Das neue Internet-Portal bietet umfangreiche Informationen zur Beifuß-Ambrosie, zur korrekten Bestimmung der Art, ihrem Auftreten und zu Bekämpfungsmaßnahmen. Thematisiert werden auch gesundheitliche Aspekte sowie der Einfluss des Klimawandels. „Wichtig war uns die Einrichtung eines Verfahrens, bei dem die Bürgerinnen und Bürger das Auftreten der Ambrosie an eine zentrale Stelle melden können, wo die Meldungen dann überprüft und gesammelt werden“, erklärte Höfken. Die Verwechslungsmöglichkeiten seien zahlreich. Daher prüften die Experten die eingesandten Fotos genau. In einer Übersichtskarte werden alle bestätigten Funde dargestellt.

Weitere Informationen:
http://mulewf.rlp.de/mensch-und-umweltschutz/ambrosia/