Ernährungsbericht 2013 Rlp

Foto: Umweltministerium Rheinland-Pfalz

„Wir wollen in Rheinland-Pfalz qualitativ hochwertige, gesunde Nahrungsmittel erzeugen und damit die Wertschöpfung in den ländlichen Regionen steigern“, sagte die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken in der vergangenen Woche anlässlich der Landtagsdebatte zum “Agrar- und Ernährungsbericht 2013”. Mit über 100.000 Arbeitsplätzen stelle die Land- und Ernährungswirtschaft einen der vier wichtigsten Wirtschaftssektoren in Rheinland-Pfalz dar. Um die Lebensmittelwirtschaft des Landes möglichst ganzheitlich darzustellen, habe man in den Bericht erstmals den Schwerpunkt Ernährung aufgenommen.

Leider sei die Entwicklung der Einkommenssituation in der Landwirtschaft nach wie vor bedenklich: „Unsere Landwirte arbeiten überdurchschnittlich viel und verdienen nur einen Stundenlohn von 7,23 Euro, viele sogar weit weniger – dieser Wert liegt deutlich unter dem angestrebten allgemeinen Mindestlohn von 8,50 Euro“, so Höfken. Deshalb engagiere sich die Landesregierung auf allen politischen Ebenen vor allem im Hinblick auf die gemeinsame Agrarpolitik in Europa, um bessere Rahmenbedingungen für die in Rheinland-Pfalz vorherrschende bäuerliche Landwirtschaft zu schaffen.

Höfken wies darauf hin, dass von der in diesem Jahr gestarteten Landeskampagne „Rheinland-Pfalz isst besser“ auch die rheinland-pfälzische Landwirtschaft profitiere: „Wir werben für eine gute Ernährung mit regional produzierten Lebensmitteln. Bei Projekten wie dem Schul- und Kita-Obstprogramm oder der Beratung von Großküchen arbeiten wir mit unseren heimischen Erzeugern zusammen.“ Der Ausbau der Ernährungsbildung und der -beratung für Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen sowie die Speiseplanchecks in Gemeinschaftseinrichtungen zielten darauf ab, mehr Wertschätzung für Lebensmittel und weniger Lebensmittelverschwendung zu erreichen. „Weltweit landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Essen im Müll. Diese Verschwendung sorgt nicht nur für enorme Wirtschafseinbußen, sondern richtet auch große Umweltschäden an“, sagte Höfken. Dieser Entwicklung wolle die Landesregierung mit ihrer Ernährungspolitik entgegen wirken.

Die aktuelle Agrarreform der EU sei ein erster Schritt, um den notwendigen Paradigmenwechsel hin zu einer starken, zukunftsfähigen, nachhaltigen Landwirtschaft, die im Einklang mit Natur und Tierwohl wirtschaftet, einzuleiten. Ministerin Höfken: „Bei den Verhandlungen mit dem Bund und den anderen Bundesländern setzen wir uns dafür ein, dass die künftigen Fördermöglichkeiten für eine bäuerliche Landwirtschaft mit gutem Tierschutz und Umweltstandards ausgeschöpft werden.“