„In Rheinland-Pfalz hat es im Jahr 2013 keine Ausbrüche von gefährlichen Tierseuchen gegeben“. Mit diesem erfreulichen Ergebnis zog die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am 18. September 2014 im Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz Bilanz der Tierseuchenbekämpfung. „Krankheiten, die 2012 noch erhebliche Probleme gebracht hatten, wie das bis dahin unbekannte Schmallenbergvirus oder die ansteckende Blutarmut bei Pferden spielten 2013 keine Rolle mehr“, so Höfken. Dies sei aber kein Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: „Wir müssen gefährliche Tierseuchen stets im Blick halten, um ein Wiederaufflammen bekannter oder das Auftreten neuer Krankheiten rechtzeitig zu erkennen“, betonte die Ministerin. Das gelte vor allem für sogenannte Zoonosen, also Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind.

Etwa 300.000 Proben von Nutz-, Wild-, Zoo- und Heimtieren

Dr. Karl Zimmer, Leiter der Tierseuchendiagnostik im LUA, erklärte die Überwachungsstrategie. „Wir kontrollieren kontinuierlich den Gesundheitsstatus der Tierbestände und bei Wildtieren in Rheinland-Pfalz durch eine Kombination aus Tiergesundheitsdiensten vor Ort, fachlicher Unterstützung der Veterinärbehörden, Monitoringprogrammen und moderner Labordiagnostik“. Als die zentrale Einrichtung des Landes untersuchte das LUA 2013 rund 300.000 Proben von Nutz-, Wild-, Zoo- und Heimtieren.

Keine Hinweise auf Rindertuberkulose

Das gehäufte Auftreten der Rindertuberkulose im Alpenvorland oder im Saarland in den letzten Jahren zeige die Gefahr, dass auch bereits erfolgreich bekämpfte Krankheiten wieder ausbrechen können. Eine Stichprobenuntersuchung bei rund 4.000 Rindern habe erfreulicherweise keine Hinweise auf das Vorkommen der Tuberkulose in Rheinland-Pfalz erbracht. Höfken: „Den Verdacht, dass die Seuche mit importierten infizierten Tieren nach Rheinland-Pfalz eingeschleppt wurde, hat die gut vorbereitete Veterinärverwaltung schnell abklären und ausräumen können.“

Sorge bereiten der Seuchenbekämpfung auch weltweit grassierende Erreger, die in die heimischen Tierbestände eingeschleppt werden können. In Deutschland ist die Klassische Schweinepest zwar durch Impfungen besiegt, doch sowohl die Klassische Schweinepest als auch die Afrikanische Schweinepest sind in Osteuropa auf dem Vormarsch. „Die Afrikanische Schweinepest hat sich inzwischen über Russland, die Ukraine und Weißrussland bis nach Litauen, Polen, Lettland und Estland ausgebreitet“, so die Umweltministerin. Seit 2013 führe das LUA daher vorsorglich Untersuchungen auf Afrikanische Schweinepest durch.

Seuchen können auch zu großen wirtschaftlichen Schäden in Betrieben führen

„Seuchen sind nicht nur eine Gefahr für Mensch und Tier, sondern können auch zu großen wirtschaftlichen Schäden in den Betrieben führen“, erklärte Höfken. Umso erfreulicher seien die Erfolge, die bei der Bekämpfung des Bovinen Herpes-Virus Typ 1 (BHV 1) erzielt wurden. Das Virus führt bei Rindern zu Erkrankungen der Atemwege und der Geschlechtsorgane mit nachfolgenden Fruchtbarkeitsstörungen. Der wirtschaftliche Schaden für die Landwirte könne enorm sein. Der Stand Ende 2013: Fast 91 Prozent der Herden in Rheinland-Pfalz sind frei von BHV 1.

Erfolge gab es 2013 auch beim Kampf gegen die Bovine Virusdiarrhoe (BVD). Die mit Durchfall und Fruchtbarkeitsstörungen einhergehende Erkrankung gehört weltweit zu den wirtschaftlich folgenschwersten Infektionen beim Rind. Seit 2011 wird die BVD staatlich bekämpft. Infizierte Tiere werden aus den Betrieben entfernt. 2013 lag die Infektionsrate in Rheinland-Pfalz noch bei 0,13 Prozent. Höfken: „Die Bekämpfung zeigt Wirkung.“