„Landschaftspflege und Naturschutz machen nicht an künstlichen Gemeindegrenzen halt. Die Landesregierung setzt daher auf eine nachhaltige Regionalentwicklung über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg. Um die Akteurinnen und Akteure vor Ort besser zu vernetzen und bei der Umsetzung ihrer Ideen und Konzepte stärker zu unterstützen, stellen wir den Gemeinden beim Modellprojekt ‚Blühende Badische Bergstraße’ erstmals ein Regionalmanagement als zentrale Anlaufstelle zur Seite“, kündigte der Amtschef im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, anlässlich der Vorstellung des Modellprojekts „Blühende Badische Bergstraße“ am Donnerstag, 13. Juni 2013, in Weinheim an. Die Städte Hemsbach, Schriesheim und Weinheim sowie die Gemeinden Dossenheim, Hirschberg und Laudenbach haben sich in diesem Projekt zusammengeschlossen, um gemeinsame Maßnahmen zur Erhaltung der historisch geprägten Landschaft wie beispielsweise gemeinsame Pflegekonzepte und -aktionen umzusetzen.

Mit dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) an der Badischen Bergstraße hätten die sechs Gemeinden zuvor einen wichtigen Grundstein für eine interkommunale Zusammenarbeit gelegt, sagte Reimer weiter. Um die Umsetzung des Konzepts weiter voranzutreiben, solle ein vom Land geförderter Regionalmanager bzw. eine Regionalmanagerin als Schnittstelle zwischen den Akteuren wirken. Dafür stelle das Land in den kommenden fünf Jahren entsprechende Mittel zur Verfügung. „Ihr Projekt hat einen hohen gesellschaftlichen Nutzen: Von einer blühenden Bergstraße sollen Bürgerschaft, Kommunen, Natur, Tourismus, Landwirtschaft und die Winzerinnen und Winzer gleichermaßen profitieren. Mit der Umsetzungsbegleitung wollen wir an der Bergstraße erste Erfahrungen sammeln“, so Reimer.

BUND: „Interessen von Mensch und Natur miteinander verbinden“

Zustimmung zu dem Pilotprojekt kommt auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Tobias Staufenberg, Geschäftsführer des BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, erläutert: „Hier bietet sich eine große Chance, die Interessen von Mensch und Natur miteinander zu verbinden und diesen einzigartigen Naturraum zu schützen. Wir haben das Projekt von Anfang an aktiv begleitet und freuen uns daher sehr über die Ankündigung. Angesichts vieler ökologischer Defizite entlang der Bergstraße muss die Stelle nun zügig besetzt werden.“

Hintergrund-Infos „ILEK“

Die Förderung des interkommunalen Maßnahmenkonzepts „Blühende Badische Bergstraße“ erfolgte über das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK). Die Stärke dieses Konzeptes liegt darin, dass sich Bürger, Vereine und Verbände maßgeblich in die Gestaltung ihrer Region einbringen, um die Innovations- und Wirtschaftskraft zu stärken, die interkommunale Zusammenarbeit zu fördern und das magische Dreieck aus Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus weiterzuentwickeln. Damit ist ILEK ein wichtiger Bestandteil der Regionalentwicklungsstrategie des Landes.

Am ILEK-Modellprojekt „Blühende Badische Bergstraße“ sind die Städte Hemsbach, Schriesheim und Weinheim sowie die Gemeinden Dossenheim, Hirschberg a.d. Bergstraße und Laudenbach beteiligt. Für sie analysierte das ILEK vor allem interkommunale Entwicklungschancen im Wirkungsfeld von Naturschutz, Landwirtschaft / Weinbau und Tourismus. Daraus wurde schließlich ein konkreter Maßnahmenplan für künftige Entwicklungen erstellt. In drei Arbeitskreisen waren die Bürger aufgefordert, sich aktiv in diesen integralen Gestaltungsprozess mit einzubringen. Die Bürgermeister der sechs beteiligten Städte und Gemeinden stellten Ministerialdirektor Reimer nun die wesentlichen Eckpunkte des erarbeiteten Konzepts vor.

Weitere Informationen:
www.mlr.baden-wuerttemberg.de