„30 bis 60 Minuten vor dem Zu-Bett-Gehen Computer & Co. abschalten!“ Das rät Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum in Klingenmünster. Verschiedene Studien hätten nachgewiesen, dass die LED-Technik in Smartphones und Computern den Schlaf-Wach-Rhythmus negativ beeinflusst. Einer britischen Umfrage zufolge benutzen 91 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ihren Computer noch zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Dieses blaue Licht wirke aber regelrecht als Wachmacher.

Forscher der Universität Basel stellten durch eine Studie fest, dass moderne Bildschirme, die mit einer LED-Technologie (Light Emitting Diodes) ausgestattet sind, den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus verzögern. Die Geräte strahlen das blaue Licht mit einer Wellenlänge von 464 Nanometern aus und das wirkt auf den Körper wie ein regelrechter Muntermacher. Über die Augen findet das Licht seinen Weg ins Gehirn und arbeitet dort gegen die Bildung des Schlafhormons Melatonin. „Kein Wunder, wenn man mit Blau-Licht-Beleuchtung nur schwer einschlafen kann“, so Dr. Weeß.

Er rät, die „Blau-Licht-Geräte“ rechtzeitig abzuschalten. Denn noch ein zweiter Effekt komme hinzu: Durch Surfen oder Chatten werde das Wachbleiben zusätzlich verstärkt, weil das Belohnungszentrum im Gehirn stimuliert wird, wenn auf unsere Nachricht an Freunde gleich eine Antwort kommt. Das signalisiert: Du bist mir wichtig, Du gehörst dazu. Gerade, wenn man sich einsam fühlt und mit seinem Smartphone allein ist, reizen solcherart positive Botschaften eher zu weiterer Aktivität im blauen LED-Licht als dass sich Entspannung und Müdigkeit einstellen könnte. Ein Teufelskreis. Elektronische Bücher dagegen scheinen keine Einschlaf-Probleme zu machen. Die Erklärung: Bei E-Books wird eine andere Technik als bei Smartphones & Co. verwendet.