Am 22. September 2013 ist Herbstanfang. Sobald die Tage wieder kürzer werden und die Temperaturen sinken, rüsten sich die nachtaktiven Igel für den Winterschlaf. Mit ein paar einfachen Tricks können Gartenbesitzer ihr Grundstück igelfreundlich gestalten und die stacheligen Tiere so bei der Vorbereitung auf die kalten Monate unterstützen. Doch Achtung: Auch wenn Igel niedlich aussehen, sind und bleiben sie Wildtiere! Gesunde Igel sollten keinesfalls zum Überwintern in menschliche Obhut genommen werden. PETA-Kampagnenleiterin Charlotte Köhler hat einige Tipps zusammengestellt, wie der Herbst zu einem „igeligen“ Vergnügen wird:

Naturnaher Garten

Ganz gleich, ob es sich um einen kleinen Schrebergarten oder ein großes Grünparadies handelt: Allzu ordentliche Gärten bieten kaum Unterschlupf und Nahrung für die heimische Tierwelt. Äste, die beim Beschneiden der Bäume anfallen, sollten nicht entfernt, sondern zu kleinen Haufen gestapelt werden. Das Gleiche gilt für Laub: Igel lieben es, in Laubhaufen zu schlafen oder sogar darin zu überwintern. Durch Laub und Holz werden Insekten angezogen – diese sind nicht nur für Vögel, sondern auch für Igel ein wichtiges Hauptnahrungsmittel. Gartenbesitzer, die ihren Rasen ordentlich halten möchten, könnten zumindest auf das Mähen unter Hecken und Sträuchern verzichten. Bei der Düngung des Gartens sollte unbedingt auf natürliche Produkte (Komposterde, Rindenmulch) zurückgegriffen werden. Chemische Mittel, die Insekten und Schnecken töten, schaden in der Folge auch den Igeln.

Durchgänge schaffen

Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete. Eingezäunte Gärten blockieren die Laufwege und können schlimmstenfalls zur tödlichen Falle für die Insektenesser werden. Damit sich Igel nicht in groben Drahtzäunen verfangen, sollten die Gitter nicht bodentief sein und einen Durchschlupf haben. So können die Tiere ungestört von Garten zu Garten streifen.

Nahrung

Sollten Herbst oder Winter sehr kalt und nahrungsarm sein, bietet es sich an, mäßig zuzufüttern. Oft genügt eine regelmäßige Beifütterung an einem gewohnten Platz im Garten. Zum Schutz vor größeren Tieren kann die Schale mit Nahrung unter eine umgestülpte Obstkiste mit Eingang gestellt werden. Der Igel wird die Nahrungsstelle finden, er hat eine ausgesprochen gute Nase. Um die Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, sollten Igelfreunde täglich eine Schale mit frischem Wasser bereitstellen.

Kranke Igel

Als Wildtiere müssen Igel zwar prinzipiell „in Ruhe gelassen werden“, doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Leider kommt es bisweilen vor, dass Igel krank werden. Diese Tiere benötigen Hilfe. Krankheitszeichen sind: Untergewicht, Taumeln, Zittern, Husten und Röcheln, rasselnde Atmung, ein „Sich-nicht-Einrollen“ und das Umherlaufen am hellen Tag. Tierfreunde, die einen kranken Igel finden, sollten das Tier zum Tierarzt, ins örtliche Tierheim oder in eine Igel-Auffangstation bringen.