Wie der Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), Dr. Hannes Kopf, mitteilt, wurde der Stadt Neustadt a.d. Weinstraße die Genehmigung erteilt, den Speyerbach im Osten der Stadt auf einer Länge von rund 600 Metern zwischen Winzinger Straße und Landwehrstraße zu renaturieren. Die Stadt Neustadt plant, den innerstädtischen, gewässerbegleitenden Grünzug am Speyerbach in östlicher Richtung als „Grünzug Böbig” fortzusetzen und zusammen mit der Renaturierung des Baches verschiedene Ziele zu erreichen:

  • Ökologische Aufwertung des derzeit kanalartig ausgebauten Gewässers durch Schaffung natürlicher Sohl- und Uferstrukturen sowie der langfristigen Etablierung standorttypischer Gehölze.
  • Dabei soll auch die Durchgängigkeit des Gewässers für wassergebundene Lebewesen hergestellt werden. Wie Vizepräsident Dr. Kopf erläutert, ist dies eine Forderung des Maßnahmenprogramms zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Rheinland-Pfalz.
  • Entlang der Renaturierungsstrecke plant die Stadt Neustadt die Anlage eines Fuß- und Radwegs, der die Anbindung der Innenstadt an die Oststadt mit den dort vorhandenen Schulen (Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium und Realschule Plus) verbessern soll. Auch soll der überregionale Palatia-Radweg hier entlanggeführt werden.
  • Bei der historischen „Winzinger Scheide” (hier wird der Rehbach vom Speyerbach abgeteilt) soll eine Infoplattform entstehen, wo sich die Besucher über dieses bemerkenswerte, denkmalgeschützte Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert sowie über die Wiederansiedlung des Lachses im Speyerbach informieren können.
  • Am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium soll der Speyerbach einen neuen, naturnahen Verlauf erhalten, der weiter von der Schule nach Süden abrückt. Dadurch entsteht mehr Raum zur Gestaltung der Uferbereiche sowie der Anlage eines „Grünen Klassenzimmers” zur gezielten Umweltbildung.

Die förderfähigen Kosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro, die vom Land über das Programm Aktion Blau plus zu 90 Prozent gefördert werden.