Artenfinder

Gut eineinhalb Stunden sammelten die Kinder Tiere ein, die sie dann mit Büchern und Tafeln bestimmten. Foto: Stadt Neustadt a.d. Weinstraße

Noch bis 31. Oktober 2014 bietet der städtische Kinderhort Kastanienstrolche in Neustadt-Mußbach für die Grundschulkinder abwechslungsreiche Ferienangebote mit Tagesausflügen, Kreativ- und Naturerlebnisangeboten. Der erste Herbstferientag stand unter dem Motto „Artenfinder – Projekt des Pfalzmuseum unterwegs“. Begleitet wurde die Aktion von dem Feldbiologen Christoph Bernd, der – ausgestattet mit der mobilen Kiste des Pfalzmuseums Bad Dürkheim – mit den Kindern die Artenvielfalt an den Wingertwegen am Ortsrand von Mußbach erforschte.

Bedeutung der Artenvielfalt vermitteln

Zunächst ging es darum, wie man Tiere überhaupt findet. Dabei sollte das Prinzip LLV „Leise, Langsam, Vorsichtig“ beachtet werden, um die Tiere nicht zu erschrecken. Ziel des Museumspädagogen ist es, neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, den Kindern die Bedeutung der Artenvielfalt zu vermitteln und aufzuzeigen, wie man die manchmal nur in wenigen Details zu unterscheidenden Arten bestimmen kann.

Es wurden sechs Teams mit zwei bis drei Kindern gebildet, dann ging es los in das Wingertgebiet Richtung Deidesheim. Hilfsmittel waren Schmetterlingsnetze, Schüttelsiebe, luftdurchlässige Klarsichtboxen und Ferngläser. Aufmerksam haben die Nachwuchsforscher die Hecken und Bäume am Wegesrand und die Grasflächen untersucht. An den herbstlich eingefärbten Bäumen wurde gerüttelt und geschaut, welche Lebewesen auf das Rüttelsieb fallen. Danach haben die Kinder die kleinen krabbelnden, kriechenden und fliegenden Tiere in die mit Gras ausgelegten Boxen gesetzt. Mit den ersten Sonnenstrahlen konnte man beobachten, wie braune Grashüpfer zum Vorschein kamen.

Tiere mit Lupen betrachtet und auf Bestimmungsblatt nachgezeichnet

Nach 90 Minuten Exkursion ging es zurück in den Hort, wo mit Hilfe von Christoph Bernd die Tiere bestimmt wurden. Dabei kamen Bücher und Bestimmungstafeln zum Einsatz. Mit Becherlupen wurden Insekten, Käfer, Spinnen und Weichtiere betrachtet und auf einem Bestimmungsblatt detailgenau nachgezeichnet. Überrascht stellte der Biologe fest, dass eine selten vorkommende Spinne, die Gehörnte Kreuzspinne, gefunden wurde. Außerdem konnten Sackspinnen, Weberknechte, Schwebfliegen und verschiedene Weichtiere, wie die Tigernacktschnecke, bestimmt werden. Auch eine in der Region selten vorkommende, leider tot gefahrene Wechselkröte war dabei. Die seltenen Tiere wurden fotografiert und mit Angabe des Fundgeländes über die Artenfinder-App in das Handy des Forschers eingegeben. Damit wird festgehalten, wo besondere Arten vorkommen, um ihren Lebensraum besser schützen zu können. Nach der Bestimmung wurden die Tiere unbeschadet in ihren Lebensraum zurück gebracht.

Artenfinder-Webseite

Die vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium und Naturschutzverbänden initiierte Artenfinder-Webseite gibt Einblick, wie reich die Natur ist. Sie ist keineswegs nur für Schulkinder gedacht. Jeder, der sein Herz für die Natur entdeckt, kann mit Hilfe der Datenbank wertvolle Hinweise geben und zum Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt beitragen.

Weitere Informationen:
www.artenfinder.rlp.de