Lyscherbach

Auch für den Grundstückseigentümer bedeutet die Renaturierung eine erhebliche Aufwertung für sein Wohnumfeld. Foto: Stadt Neustadt a.d. Weinstraße

Weitere 50 Meter des Lyscherbachs in Diedesfeld sind wieder naturnah gestaltet. Möglich wurde dies durch die Ausgleichsverpflichtung eines Diedesfelder Weingutes für den Neubau eines Betriebsleiter-Wohnhauses. Der städtische Lyscherbach verläuft hier mitten durch die privaten Grünflächen des Betriebs. Bisher war der Bach als recht tief eingeschnittener, geradlinig verlaufender Graben ausgebaut. Die beidseitigen Einfassungen aus Sandstein und Betonteilen waren zum Teil bereits eingestürzt. Gärtnerische Nutzungen, Grünabfälle und bauliche Anlagen wie ein Hühnergehege, ein verfallenes Gartenhaus, Zäune und Materiallager reichten bis unmittelbar an die Uferböschung heran. Daher hatte der Bach hier die schlechteste aller Gewässerstrukturgüteklassen, war also vom potenziellen Naturzustand maximal entfernt.

Im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahmen wurden die Ufermauern beseitigt, die Uferböschung auf jeweils fünf Meter Breite abgeflacht und landschaftsgerecht neu modelliert, das Gerinne um eine Birke herum geführt, die naturfremden Baumaterialien aus dem Bach entfernt und vorhandene Natursteine als Störelemente im Gerinne eingebracht. Es folgt jetzt noch die Neueinsaat des Uferstreifens mit einer regionalen Saatgutmischung aus 50 Prozent Feuchtwiesenarten und 50 Prozent Arten feuchter Hochstaudenfluren. Allein durch diese wenigen Maßnahmen dürfte sich die Gewässerstrukturgüte, also der Grad der Naturnähe, um vier Güteklassen verbessern.

Der kleine, aber feine Renaturierungsabschnitt ist bereits die vierte Aufwertungsmaßnahme am Lyscherbach. Begonnen worden war im Flurbereinigungsverfahren Hambach VII vor rund 15 Jahren, dann folgten Bachaufwertungen im Rahmen des Bebauungsplans „Im Döppelter“ 2010 und schließlich die teilweise Offenlegung auf dem Diedesfelder Dorfplatz.