Im Zuge eines Bebauungsplans von 1988 wurde der „Schieferkopf“ in Neustadt a.d. Weinstraße (OT Hambach) entlang der Straßen einreihig umbaut. Die Bautätigkeit ruht seit vielen Jahren und nicht alle im Bebauungsplan dargestellten Bauflächen sind realisiert. Der Zentralbereich des „Schieferkopfs“ unterliegt seit dieser Zeit mehr oder weniger der natürlichen Sukzession. Mit anderen Worten: Die Fläche wurde sich selbst überlassen.

Bei Wiederaufnahme der Bebauung Artenschutz besonders berücksichtigen

Nach neuer Rechtslage ist bei einer Wiederaufnahme der Bebauung der Artenschutz besonders zu berücksichtigen. Eine Studie sollte aufzeigen, welche Schutzgüter ggfs. in einer formalen, vollständigen artenschutzrechtlichen Prüfung relevant sein können. Dazu waren die Biotopstruktur, die Avifauna, die Herpetofauna, die Artengruppe der Fledermäuse und evtl. weitere artenschutzfachlich bedeutsame Tiergruppen zu erfassen und zu beurteilen.

Ergebnisse des Gutachtens

Durchgearbeitet und zusammengefasst hat das Gutachten Thomas Baldermann, Leiter der städtischen Abteilung Landwirtschaft und Umwelt: Danach ist der „Schieferkopf“ ein Rückzugsgebiet für überdurchschnittlich viele, wenn auch meist nicht seltene Arten. Eine herausragende Lebensraumqualität im Sinne einer NSG-Würdigkeit besitze es nach den Untersuchungsergebnissen aber nicht.

Neben fast 40 festgestellten bzw. zu vermutenden Vogelarten im Gebiet – z.B. Haussperling (Vorwarnliste), Schwarzspecht (RL 3), Gelbspötter (RL 3), Habicht (RL 3) und Sperber (RL 3) zeichne sich das Gebiet auch durch Vorkommen der Zauneidechse, der Blindschleiche, der Erdkröte und des Grasfroschs sowie des Hirschkäfers (prioritäre FFH-Art mit hohen Hürden für die Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmegenehmigungen) aus.

Bei Prüfung einer Bebaubarkeit müssen besonders sensible Bereiche beachtet werden

Geringere Bedeutung habe das Auftreten von Feuersalamander, Mauereidechse und Ringelnatter, die hier – so der Bericht – nur vereinzelt leben. Zur Wertigkeit als Fledermauslebensraum ließen sich nur begrenzt Aussagen treffen. Die Zwergfledermaus (häufigste Fledermausart) dürfte auch hier vorkommen sowie möglicherweise sechs weitere Fledermausarten, wobei der „Schieferkopf“ eher als Wohnstätte (Steinbruchspalten, leerstehendes Gebäude) und weniger als Jagdrevier geeignet sei. Im Gutachten sind einige artenschutzrechtlich besonders sensible Bereiche gekennzeichnet, die bei der weiteren Prüfung einer Bebaubarkeit des Gebiets zwingend Beachtung finden müssten. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse soll nun zunächst der Ortsbeirat Hambach ein Votum zum weiteren Vorgehen abgeben.