BGM-Netzwerktreffen

Das erste Treffen des Netzwerks „Betriebliches Gesundheitsmanagement Rhein-Neckar“ am 5. Dezember 2013 in Mannheim war gut besucht. Foto: Verband Region Rhein-Neckar

Demografischer Wandel, alternde Belegschaft, zunehmender Fachkräftemangel – dies sind längst keine Fremdwörter mehr für die Unternehmen in der Rhein-Neckar-Region. Immer mehr Arbeitgeber aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erkennen, vor welchen Herausforderungen sie angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen stehen. Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter gewinnen zunehmend an Bedeutung für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens.

Ein wesentliches Instrument, um diesen Herausforderungen zu begegnen und attraktiv für Fachkräfte zu sein, ist ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement. Doch angesichts der Fülle an Informationen und Angeboten zu diesem Thema fühlen sich vor allem kleine und mittelständische Unternehmen oft überfordert und finden keinen Einstieg in die betriebliche Gesundheitsförderung. Dies soll sich nun ändern. Auf dem letztjährigen Demografie-Kongress der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) haben sich Experten eingehender mit dieser Problematik beschäftigt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Region eine neutrale Plattform benötigt, auf der sich Unternehmensverantwortliche über ihre Erfahrungen mit betrieblicher Gesundheitsförderung austauschen und gemeinsame Lösungsansätze finden können. Daraufhin hat sich ein Kreis aus Vertretern von Groß- und Kleinunternehmen, Kommunen, Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengeschlossen, um ein Netzwerk „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ in der MRN aufzubauen.

Großes Interesse an Auftaktveranstaltung des Netzwerks

Die enorme Resonanz auf die Einladung zum Auftakttreffen des Netzwerks am 5. Dezember 2013 in der IHK Rhein-Neckar zeigte schon im Vorfeld, dass das Thema bei den Unternehmen verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Bereits eine Woche vor Anmeldeschluss waren alle 120 Plätze vergeben. Kleine wie große Unternehmen, Kommunen, Hochschulen und Dienstleister nutzten die Gelegenheit, sich über die Aktivitäten des neugegründeten Netzwerks zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Zum Auftakt berichteten Personalverantwortliche der mittelständischen Unternehmen Axit (Frankenthal) und bitExpert (Mannheim) sowie der Maschinenfabrik Gustav Eirich (Hardheim) über ihre Aktivitäten im Gesundheitsmanagement. In moderierten Gesprächsrunden erhielten Einsteiger anschließend praktische Orientierungshilfen für die ersten Schritte ins betriebliche Gesundheitsmanagement. Fortgeschrittene konnten vom Erfahrungsschatz anderer Unternehmen profitieren und gemeinsam Lösungsansätze für konkrete Umsetzungsfragen finden. So wurde diskutiert, wie die Belegschaft in die angebotenen Maßnahmen eingebunden werden kann oder wie man eine ganzheitliche BGM-Strategie entwickelt.

„Ein solcher regionaler Austausch zur betrieblichen Gesundheitsförderung war überfällig, das zeigten die Diskussionen“, so die Initiatoren Dr. Markus Gomer (BASF SE) und David Wiechmann (Dr. Curt Haefner-Institut Heidelberg). „Vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen kann das neue BGM-Netzwerk sicher noch einen wichtigen Beitrag darin leisten, einen Zugang zu dem Thema zu finden.“ Denn es ist ein zentrales Ziel des Netzwerks, kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement zu erleichtern. Unternehmen oder Institutionen, die bereits Erfahrungen in der betrieblichen Gesundheitsförderung haben, erhalten die Möglichkeit, ihre Aktivitäten durch den Austausch im Netzwerk weiterzuentwickeln. Dieser soll in erster Linie über regelmäßige Netzwerktreffen geschehen, bei denen gelungene Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Unternehmen und Institutionen vorgestellt sowie Zeit und Raum für den Austausch zu individuellen Fragestellungen der Teilnehmenden gegeben werden. Im Idealfall gelingt es, Kooperationen zwischen Unternehmen oder Institutionen zu schließen, die langfristig tragen und für alle Beteiligten eine „Win-win–Situation“ darstellen. Mittelfristig wird das Ziel verfolgt, Unternehmen für betriebliches Gesundheitsmanagement zu sensibilisieren, die sich bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben.

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Schnittstelle zwischen regionaler Demografie- und Präventionsstrategie

Das neue Netzwerk ist in zwei bestehende Aktivitäten der MRN eingebettet und bietet damit eine ideale Schnittstelle, um die beteiligten Akteure zusammenzuführen. Zum einen findet sich das Thema “betriebliches Gesundheitsmanagement” in der neuen Regionalstrategie zum demografischen Wandel wieder. Zum anderen ist es Bestandteil der regionalen Präventionsstrategie, die Anfang 2013 durch den Zusammenschluss der Initiative Prävention begründet wurde. Seither engagieren sich u.a. der Verein Gesundheitsnetz Rhein-Neckar-Dreieck, die Stiftung LebensBlicke, der Verein 1.000 Leben retten und die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH gemeinsam dafür, das Gesundheitsbewusstsein der Bürger in der Region zu stärken. Da der Arbeitsplatz gute Voraussetzungen bietet, um Menschen für Vorsorgeangebote und eine gesunde Lebensweise zu sensibilisieren, kann die betriebliche Gesundheitsförderung hier einen entscheidenden Beitrag leisten.

Kontakt:
Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
Telefon 06 21/1 07 08-1 08 (Anika Dornieden)