Mit einem Treffen in Neckargemünd gab am 16. Juli 2014 das Regierungspräsidium Karlsruhe den symbolischen Startschuss für die Erstellung des Managementplans für das Natura 2000-Gebiet rund um Neckargemünd. Über 30 Teilnehmer aus Neckargemünd, aus den Fachbehörden sowie den örtlichen Verbänden und der Landwirtschaft diskutierten im Ratssaal und bei der anschließenden Exkursion Fragen rund um das Thema Natura 2000. Mit dem Schutzgebietsnetz Natura 2000 soll das europäische Naturerbe mit seinem Artenreichtum und typischen Landschaften erhalten werden. Für jedes Natura 2000-Gebiet im Regierungsbezirk erstellt das Naturschutzreferat im Regierungspräsidium Karlsruhe einen Managementplan.

Im Managementplan wird das Gebiet sozusagen mit der „Natura 2000-Brille“ betrachtet: Es werden acht Lebensräume und zwei Arten begutachtet, die von europäischer Bedeutung sind. Wie Carola Rein vom beauftragten Büro Fabion aus Würzburg feststellte, liegt der Schwerpunkt in Neckargemünd auf den artenreichen Mähwiesen, die vielfältig genutzt werden. Ihr Expertenteam ermittelt, wo die Mähwiesen zu finden sind und ob z.B. der Kammmolch im Naturschutzgebiet Sotten vorkommt.

Nach der Bestandsaufnahme werden Ziele und Maßnahmen vorgeschlagen. Sie dienen dazu, die Lebensräume und Arten zu erhalten – oder ihren Zustand gar zu verbessern. Im Herbst 2014 werden alle Ziele und Maßnahmen in einem eigens dafür einberufenen Beirat besprochen. Hier werden die Kommunen, Fachbehörden und Verbände gebeten, Beiratsmitglieder zu benennen. Außerdem bat die Verfahrensbeauftragte Martina Büttner vom Regierungspräsidium ausdrücklich auch alle Bürger – besonders natürlich die Landnutzer und Eigentümer – sich zu Wort zu melden: bei der sogenannten „Öffentlichen Auslegung“ oder bei Informationsveranstaltungen. Es werde eine frühzeitige Bekanntgabe erfolgen.

Die Erhaltung der europäisch bedeutsamen Wiesen, Wälder und Bäche kann nur durch eine enge Zusammenarbeit der Kommunen sowie der Behörden des Naturschutzes, des Forstes und der Landwirtschaft mit den Landnutzern und Flächeneigentümern gelingen. Wichtig ist dabei die Bereitstellung von finanziellen Mitteln. Der Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar-Kreis kann z.B. für eine zeitlich angepasste Mahd einer artenreichen Wiese finanzielle Unterstützung aus der Landschaftspflegerichtlinie anbieten. Weiterhin können Landwirte die landwirtschaftlichen Fördermittel zur Bewirtschaftung der Mähwiesen nutzen.