Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurde der Managementplan für die europäischen Natura 2000-Schutzgebiete „Weschnitz, Bergstraße und Odenwald bei Weinheim“ sowie „Wachenberg bei Weinheim“ erstellt. Alle Bürger, Vereine, Kommunen und Interessensvertreter sind eingeladen, die Karten und Texte anzusehen und Vorschläge oder Anregungen einzubringen. Die öffentliche Auslegung, die am 30. Juni 2014 begann, dauert bis 11. August 2014.

Das Gebiet „Weschnitz, Bergstraße und Odenwald bei Weinheim“ ist ein FFH-Gebiet, das dem Schutz europäischer Tiere, Pflanzen und Lebensräume (Fauna, Flora, Habitat) dient. Der Wachenberg ist gleichzeitig auch Vogelschutzgebiet: Neben den Felsen, Fledermäusen und Amphibien sollen hier auch ausgewählte Vogelarten geschützt werden. FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiet bilden zusammen das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000. In europaweit über 27.000 einzelnen Gebieten sollen die Tiere und Pflanzen erhalten bleiben, die weltweit nur in Europa vorkommen. Das Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst über 18 Prozent der europäischen Landfläche.

Mit dem Managementplan wurde das Natura 2000-Gebiet zwischen Laudenbach, Hemsbach und Weinheim sozusagen mit der „Natura 2000-Brille“ betrachtet: Es wurden 12 Lebensräume und 16 Tierarten erfasst, die von europäischer Bedeutung sind. Für jeden Lebensraum und jede Tierart werden Ziele formuliert und Maßnahmen vorgeschlagen. Sie dienen dazu, die besonders artenreichen Wiesen und Wälder in ihrer Größe und Qualität sowie ausgewählte Fischarten, Fledermäuse und Vogelarten zu erhalten. Es ist ein umfassendes Werk mit über 100 Seiten entstanden. Auf 15 Plänen sind die Informationen auch flächengenau dargestellt.

Die Erarbeitung des Managementplanes erfolgt in Baden-Württemberg nach dem Managementplan-Handbuch. Die während der öffentlichen Auslegung eingehenden Stellungnahmen und Änderungsvorschläge werden von den Verfahrensbeauftragten am Regierungspräsidium geprüft und mit den Beteiligten besprochen. Über die Einarbeitung entscheiden, neben den Vorgaben des Handbuchs, auch die fachliche Bedeutung und Zielsetzung.

Auf Detailkarten ist auch die Überarbeitung der Außengrenze des FFH-Gebietes dargestellt. Die Außengrenze verläuft nun genau auf den Flurstücksgrenzen und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung. An drei Stellen soll das FFH-Gebiet erweitert werden: Mit der Aufnahme des Naturschutzgebietes Rohrwiesen und Gänswiesen mit angrenzenden Feuchtflächen wird die Lebensstätte des seltenen Kammmolchs aufgenommen. Am Alte Berg in Hemsbach soll ein Flächenmosaik aus Mähwiesen und orchideenreichen Magerrasen sowie in Weinheim-Nächstenbach eine besonders artenreiche Mähwiese integriert werden. Mit der öffentlichen Auslegung und den Flurstückslisten sowie den Detailkarten werden alle Eigentümer und Bewirtschafter informiert.

Der Managementplan als Naturschutz-Fachplan wurde bereits im November 2013 bei einem Beiratstreffen in Hemsbach mit den Gemeinden und Verbänden diskutiert. Hier wurden die vielseitigen Aspekte von der Landschaftspflege an der Bergstraße bis zum Fledermausschutz am Wachenberg in den Fokus genommen. Das Land Baden-Württemberg fördert in FFH-Gebieten gezielt die Erhaltung der europaweit bedeutsamen Lebensräume und Tiere: die Mahd von kräuterreichen Wiesen, das Roden von Brombeergebüschen auf Magerrasen oder die Entschlammung von Laichgewässern des Kammmolchs. Hier stehen Finanzmittel aus der Landschaftspflegerichtlinie und der Landwirtschaftsförderung bereit.

Der Entwurf des Managementplans kann bis 11. August 2014 an folgenden Orten während den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden:

  • Stadt Weinheim, Stadtbibliothek Weinheim, Luisenstraße 5/1, 69469 Weinheim.
  • Stadt Hemsbach, Rathaus, Schlossgasse 4, 69502 Hemsbach, in der Bauverwaltung (II. OG – Zi. 2.01).
  • Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Amt für Landwirtschaft und Naturschutz, General-Sigel-Str. 12, 74889 Sinsheim (Zi. 121).
  • Regierungspräsidium Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße 17, 76133 Karlsruhe, Referat Naturschutz und Landschaftspflege (2. OG, Zi. 327).

Stellungnahmen können gerichtet werden an:

Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 56 – Naturschutz und Landschaftspflege, 76247 Karlsruhe oder
abteilung5@rpk.bwl.de (Betreff: 6417-341 FFH-Managementplan)