Bannwald Wilder See

Foto: Greenpeace / Luis Scheuermann

Der geplante Nationalpark im Nordschwarzwald ist seit fast zwei Jahren Gegenstand zum Teil heftig geführter Debatten in der Region. Seit die rot-grüne Landesregierung das Naturschutzgroßprojekt 2011 als Ziel ihrer Regierungspolitik ausgerufen hat, brodelt es in den Schwarzwaldgemeinden zwischen Baiersbronn und Bad Wildbad. Kritiker vor Ort sehen das Projekt als eine vom fernen Stuttgart aufgezwungene Ökodiktatur. Teile der Holzindustrie bezeichnen den Nationalpark als Arbeitsplatzvernichter und Landschaftsverschandler (Stichwort: Borkenkäfer), für Tourismusunternehmer soll der Park dagegen als Impulsgeber für den seit Jahrzehnten darbenden regionalen Tourismus dienen.

Naturschützer sehen in ihm das notwendige Schutzgebiet, um den Artenschutz auch im waldreichen Industriestandort Baden-Württemberg voranzubringen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will mit dem Nationalpark einen Beitrag des Bundeslands zu internationalen Arten- und Klimaschutzverpflichtungen leisten. Der Riss geht durch ganze Gemeinden, quer durch die Parteien und sogar Familien im Nordschwarzwald. Überall in den Dörfern im Murgtal und auf den Enzhöhen sieht man seit geraumer Zeit zahlreiche, weithin sichtbare, Anti-Nationalpark Schilder. Die Befürworter organisieren Vortragsveranstaltungen und Infostände, um für das Projekt zu werben.

Was bewegt die Menschen vor Ort im nördlichen Schwarzwald, sich so stark für oder gegen dieses vergleichsweise kleine Stück zukünftige Wildnisfläche von 10 x 10 Kilometern auf Staatswaldflächen zu engagieren? Was bedeutet überhaupt der Begriff „Nationalpark“ im Gegensatz zum bereits existierenden „Naturpark“ Nordschwarzwald und was kann ein solches Schutzgebiet für den Artenschutz auch hierzulande leisten? Warum ist der Nationalpark nicht nur regional sondern auch für die Schwetzinger, Heidelberger, Freiburger, Stuttgarter oder Ulmer von Bedeutung?

Antworten darauf bietet ein Info-Abend am Freitag, 18. Oktober 2013 (Beginn: 19.00 Uhr), im Weldebräu-Stammhaus (Mannheimerstraße 2a) in Schwetzingen. Mit dabei: Dipl.-Biologie Luis Scheuermann, Greenpeace-Beauftragter in Sachen „Nationalpark Schwarzwald“ und seit zwei Jahren im Arten- und Waldschutz für Greenpeace Deutschland aktiv. Und: Tanja Pfeiffer, für Greenpeace Stuttgart ehrenamtlich zum Thema Wald tätig und seit über einem Jahr in der Regionalkampagne Nationalpark Schwarzwald als Netzwerkerin für die Betreuung der ehrenamtlichen Greenpeace-Gruppen in Baden-Württemberg zuständig.

Im Vortrag wird zunächst die Nationalparkidee vorgestellt. Chancen und Risiken für den Naturschutz und die Region sollen gegenüber gestellt werden. Im zweiten Teil werden die Landschaften und Naturräume in eindrucksvollen Landschaftsbildern präsentiert, welche durch den Nationalpark langfristig unter Schutz gestellt werden sollen.