Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben das baden-württembergische Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur, die Stadt Heidelberg, die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und die Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB) am 9. Juli 2015 den bevorstehenden Ausbau der Kurfürsten-Anlage Ost gefeiert. Mit dem Ausbau des Abschnittes zwischen Römerkreis und Adenauerplatz wird das erste Teilprojekt des Mobilitätsnetzes Heidelberg in die Tat umgesetzt und eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt fit für die Zukunft gemacht. Dafür nehmen Stadt Heidelberg, RNV und HSB insgesamt rund 9,5 Millionen Euro in die Hand.

„Der Umbau der Kurfürsten-Anlage zwischen Römerkreis und Adenauerplatz ist unsere größte Infrastrukturmaßnahme in diesem Jahr. Damit wird das Mobilitätsnetz Heidelberg endlich konkret“, sagte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Das Mobilitätsnetz sorgt dafür, dass der umweltfreundliche Nahverkehr ausgebaut wird – darauf ist eine wachsende Stadt wie Heidelberg angewiesen. Mit der Straßenbahn kommen die Fahrgäste schneller, direkter und bequemer ans Ziel. Bis zu 10.000 neue Fahrgäste pro Tag wollen wir mit dem Mobilitätsnetz dazugewinnen, davon allein 7.000 Umsteiger vom Auto. Das bedeutet eine große Entlastung des Straßenverkehrs, weniger Autofahrten in der Stadt und weniger CO2.“

Fahrzeiten werden kürzer, Haltestellensituationen optimiert

Auch beim Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur, dem wichtigsten Fördermittelgeber des Projektes, freut man sich über den Startschuss für den Ausbau: „Die Stadt Heidelberg hat sich über Jahre hinweg für den Bau des Mobilitätsnetzes eingesetzt. Es freut mich sehr, dass es nun endlich mit dem ersten Teilprojekt losgehen kann“, erklärte Staatssekretärin Dr. Gisela Splett. „Mit dem Mobilitätsnetz stellen wir die Weichen für eine grundlegende Verbesserung des ÖPNV-Angebots“, sagte Erster Bürgermeister Bernd Stadel: „Die Fahrzeiten werden kürzer, die Haltestellensituationen optimiert – das macht den Umstieg auf die Straßenbahn attraktiv. Ganz zentral ist dabei der barrierefreie Ausbau der Haltestellen, davon profitieren alle Fahrgäste. Ein weiteres Plus des Mobilitätsnetzes: Verkehrsströme werden entflochten, das bringt auch Verbesserungen für den Auto-, Fuß- und Radverkehr. Durch die gemeinsam nutzbare Trasse müssen Autofahrer in der Kurfürsten-Anlage künftig nicht mehr hinter haltenden Bussen warten.“

„Wir freuen uns, mit dem Ausbau der östlichen Kurfürsten-Anlage den ersten Baustein des Mobilitätsnetzes in die Realität umzusetzen“, so Martin in der Beek, Technischer Geschäftsführer der RNV. „Der Streckenabschnitt stellt eine der Hauptschlagadern des öffentlichen Verkehrs in Heidelberg dar. Mit dem Ausbau dieser wichtigen Strecke sichern wir nicht nur die Leistungsfähigkeit des ÖPNV in Heidelberg, sondern bieten unseren Fahrgästen hier künftig zwei neue moderne Haltestellen mit deutlich verbesserter Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Fahrgastinformation in Echtzeit.“

Michael Jäger, Geschäftsführer der HSB, begrüßt den Start: „Die HSB als Gesellschaft des Stadtwerke Heidelberg-Konzerns und Infrastruktureigentümer investiert circa 3,6 Millionen Euro in das Teilprojekt Kurfürsten-Anlage Ost und trägt die Kosten. Es freut uns, dass nun der erste Baustein des Mobilitätsnetzes startet.“ Das Gesamtprojekt ist mit einem Anteil von rund 120 Millionen Euro die größte Investition in der Geschichte der HSB. „Wir sehen darin große Chancen für den ÖPNV. Die Realisierung ist nur mit Förderung durch den Bund und das Land Baden-Württemberg möglich. Um die Fördergelder zu erhalten, ist ein rechtzeitiger Abschluss der jeweiligen Teilprojekte bis Ende 2019 wichtig.“

Was wird gemacht?

Zwischen Römerkreis und Adenauerplatz entstehen eine gemeinsam nutzbare Trasse für Straßenbahnen und Busse. Für die Fahrgäste bedeutet dies: gemeinsame Bahnsteige für Bus und Bahn. Die Haltestellen Poststraße und Adenauerplatz werden in Höhe des Einkaufszentrums Carré zur barrierefreien Haltestelle „Seegarten“ zusammengelegt, die Haltestelle Stadtbücherei wandert direkt vor das Gebäude und wird ebenfalls barrierefrei ausgebaut.

Zusätzliche, großteils mit Ampeln versehene Fußgängerüberwege entlang der Kurfürsten-Anlage ermöglichen die einfache und sichere Erreichbarkeit der Haltestellen. Dadurch entstehen auch neue Wegebeziehungen zwischen Bergheim und der Weststadt: Die beiden Stadtteile rücken durch die Umgestaltung der Kurfürsten-Anlage enger zusammen. Die Radwege werden teilweise erweitert, die Gehwege mit ausreichender Breite hergestellt. Die Bauarbeiten beginnen am 13. Juli und dauern voraussichtlich bis 22. Dezember 2015.