Zwei Anträge der Mannheimer Grünen beschäftigen den Ausschuss für Umwelt und Technik bei seiner Sitzung. Beide nehmen Probleme auf, welche den Bewohnern der Innenstadt seit langem unter den Nägeln brennen. „Wer seinen Wohnort in den Quadraten hat, der kann meist ein Lied von Raserei, rücksichtslosem Parken und Abgasen singen. Die Innenstadt zeigt sich vor allem zu Stoßzeiten allzu oft von der blechernen Seite”, moniert Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier die belastende Situation. Zusammen mit seiner Fraktion hat Fontagnier Anträge eingereicht, die nun im zuständigen Ausschuss beraten werden. „Wir wollen mit einem Antrag erreichen, dass Fressgasse und Kunststraße zu Nachtzeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Andere Städte machen es vor und haben mit dieser Vorgehensweise für spürbare Lärmentlastung gesorgt”, sagt Fontagnier und ist sich bewusst, ein sensibles Thema aufzugreifen: „Bereits in der Vergangenheit gab es einen derartigen Versuch, der nach Beschwerden einzelner schnell kassiert wurde. Die Belastung hat seitdem weiter zugenommen. Die Stadt muss nun endlich aktiv werden, um die Anwohnerinnen und Anwohner zu entlasten. Die Gesundheit darf nicht dem Autowohl geopfert werden.”

Auch der Bezirksbeirat Innenstadt unterstützt das Anliegen der Bewohner nach mehr Ruhe und weniger Autos, in seiner Dezember-Sitzung wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet: „Wir haben aufmerksam registriert, dass die Resolution einen positiven Widerhall gefunden hat. Natürlich sind wir bestrebt, dass dieses Echo auch in wirksames Handeln und konkrete Maßnahmen umgesetzt wird”, betont der Grünen-Sprecher im Bezirksbeirat Tobias Heck. Hier begrüße er die Vorschläge der grünen Fraktion, die in einem zweiten Antrag die Erstellung einer Mobilitätsstudie fordert. „Schnelle Maßnahmen sind dringend geboten, wir müssen aber langfristig über den Verkehr in allen Formen in der Innenstadt diskutieren. Hierzu bedarf es eines Konzeptes, wie wir es als Bezirksbeirat gefordert haben. Eine Untersuchung der Verkehrsströme in der Innenstadt kann hier ein erster Schritt zur ernsthaften Befassung mit dem für viele Bewohner brennenden Thema sein”, hofft Heck.