ADFC Rad zur Schule

Sicher geht vor auf dem Schulweg: Ein passgenauer Helm, eine funktionierende Lichtanlage und ein solides, altersgerechtes Rad sind zum Schulstart unerlässlich. Foto: Deutsche Verkehrswacht / Gregor Bresser

Bevor nach den Sommerferien die Schulklingeln wieder läuten, tummeln sich rund 430.000 Schülerinnen und Schüler auf rheinland-pfälzischen Straßen. Manche machen sich zu Fuß auf den Schulweg, manche per Bus oder Elterntaxi und ein kleiner Teil mit dem Fahrrad. Wie viele Schüler in Rheinland-Pfalz radeln, weiß keiner so genau. Zahlen aus dem Ausland ernüchtern: Jeder dritte österreichische Schüler zwischen 10 und 14 Jahren würde am liebsten mit dem Rad zur Schule fahren, aber nur elf Prozent fahren tatsächlich. In Großbritannien sind es gar nur zwei Prozent, 50 Prozent würden aber gern. Warum tun sie es nicht? Zu weit, zu gefährlich, zu unsicher – meinen die Eltern.

Die Fakten sprechen laut ADFC Landesverband Rheinland-Pfalz eine ganz andere Sprache: „Im Jahr 2012 sind beispielsweise in Kaiserslautern mehr Kinder als Beifahrer im Auto verletzt worden als auf dem Fahrrad“, so Christian von Staden, ADFC-Landesvorsitzender. „Die Zahl belegt, dass es beileibe nicht sicherer ist, die Kinder per Pkw zur Schule zu chauffieren.“ Doch unabhängig vom Transport: größtmögliche Sicherheit auf dem Schulweg geht immer vor. In Südtirol etwa werden Schulstraßen vor und nach dem Unterricht für 15 – 30 Minuten für den Kfz-Verkehr gesperrt – das gilt auch für Elterntaxis. Andernorts gibt es Schulwegratgeber, die Gefahrenstellen auflisten und sichere Strecken aufzeigen, oder die Idee „Radlbus“: Schüler verabreden sich an bestimmten Punkten, um gemeinsam zur Schule zu radeln. Eltern und Kinder selbst können eine Menge zum unfallfreien Schulweg beitragen. Der ADFC Rheinland-Pfalz rät zu ein paar einfachen Maßnahmen (siehe unten).

Der Schulweg per Rad spart nicht nur Zeit und Kosten, er setzt Kinder spielerisch in Bewegung. Schon nach ein, zwei Kilometern kommen sie wacher und fitter in der Schule an. „Wer lernen will, muss sich bewegen“, so ADFC-Experte von Staden. „Höchstleistungen sind nicht notwendig, um das Gehirn anzuregen. Etwa drei Mal die Woche sportlich aktiv zu sein, reicht schon aus.“ Mit dem Rad zur Schule zu fahren schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe: Es macht Schüler fit und schlau!

Sicher mit dem Rad zur Schule

  • ein sicheres, auf die Größe des Kindes abgestimmtes Rad (möglichst Felgenbremsen vorne und hinten, pannensichere, breite Reifen etc.)
  • ein robuster, gut sitzender Helm mit Coolnessfaktor (damit er auch getragen wird)
  • die Radstrecke gemeinsam einüben, eventuell die ersten Schultage begleiten
  • die ungefährlichste Streckenführung mit dem niedrigsten Verkehrsaufkommen wählen, denn der kürzeste Weg ist nicht immer der beste
  • für gute Sichtbarkeit sorgen (Nabendynamo, helle LED-Scheinwerfer, auffallende Fähnchen, Reflektorstreifen)
  • helle, mit speziellen Reflektoren ausgestattete Kleidung tragen
  • Transport von Schulranzen, Turnbeutel etc. einplanen (ggfs. mit Taschen oder stabilen Gepäckkörben)
  • ausreichend Zeit für die Strecke ansetzen, um Hektik zu vermeiden

Weitere Informationen zum ADFC:
www.adfc-rlp.de